Open Source im professionellen Einsatz

Newsletter abonnieren
Seite durchsuchen

HEFTARCHIV | NEWS | E-BIBLIOTHEK | VIDEO | BLOGS | WHITEPAPER | EVENTS | ACADEMY | ABO | SHOP

user friendly

  Home  »  Heft & Abo  »  Heftarchiv  »  2005  »  03  »  Sprachtalent  

RSS-Feed der aktuellen News von Linux-Magazin Online Folgen Sie Linux-Magazin Online auf Twitter
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark

Eva/3 UDC konvertiert mehr als ein Dutzend Datenbanken

Sprachtalent

von Jens-Christoph Brendel
Erschienen im Linux-Magazin 2005/03

Datenbanken sprechen die gemeinsame Muttersprache SQL - aber in vielen herstellerspezifischen Dialekten. Ein neuer Konverter verspricht zwischen dreizehn Mundarten zu dolmetschen.

Süddeutsche, die nördlich des Weißwurstäquators ein Fleischpflanzl bestellen, werden in der Regel den Hackfleischkloß näher umschreiben müssen, bevor sie - je nach Landstrich - eine Bulette, eine Frikadelle oder gar ein deutsches Beefsteak serviert bekommen. Auf ähnliche, dialektbedingte Verwirrung trifft man selbst in technischen Sprachen: Jener SQL-Datentyp, der eine große Menge Text aufzunehmen vermag, nennt sich in einer Oracle-Datenbank Long, in MS Access Memo, in PostgreSQL Text oder in MySQL Longtext.

Babylon der Datenbanken

Dabei sollte SQL (Structured Query Language) als Datenbank-Esperanto Verständigungsprobleme ausschließen. So gut wie alle Hersteller unterstützen diese Sprache, allerdings jeweils nur auf einer bestimmten historischen Entwicklungsstufe (SQL 89, SQL 92, SQL 99, SQL 2003) bis zu einem gewissen Grad. Daneben pflegen sie weiter eigene Mundarten. Der SQL-Standard wurde extra modularisiert, da 1999 bei der Premiere der dritten Generation bereits keine einzige Datenbank existierte, die auch nur den mittleren der drei Kompatibilitäts-Le- vels des sieben Jahre zuvor in Kraft getretenen Vorgängers vollständig umsetzen konnte.

Seitdem handelt SQL-konform, wer ein Paket aus Kern-Features implementiert und sich aus dem Rest nach Lust und Laune bedient. Hinzu kommen versionsspezifische Unterschiede sowie Eigenheiten der Treiber, bei denen allein der JDBC-Standard schon drei Generationen und vier Typklassen kennt[1].

Das kümmert den Anwender so lange nicht, wie er bei einem System bleibt. Entwickelt er aber für mehrere Plattformen oder möchte die mit MySQL bestückten Laptops seiner Außendienstler mit Auszügen aus der zentralen Oracle-DB versorgen oder plant umgekehrt die Konsolidierung einer breiten Palette vorhandener Datenbanken in einem zentralen System, dann stößt er unweigerlich auf die Sprachbarriere. Für solche Überführungstätigkeiten zwischen unterschiedlichen Datenbanken ist ein guter Dolmetscher gefragt.

Genau für diese Rolle bietet sich der soeben erschienene Eva/3 Universal Database Converter (UDC) der Firma Optadata[2] an. Er spricht 13 SQL-Dialekte von DB 2 über Sybase bis MySQL. Zwischen diesen Idiomen kann er nach Angaben des Herstellers Daten auf Knopfdruck portieren oder konvertieren. Das Linux-Magazin hat mit drei verbreiteten Datenbanken - Oracle 10g, PostgreSQL 8 und MySQL 4.0.18 - getestet, wie nützlich der Sprachmittler für den Datenbank-Admin ist.

Anlaufschwierigkeiten

Die Installation des 30 Euro teuren Tools auf einem Suse Linux Enterprise Server (SLES 9) verlief nicht ganz ohne Schwierigkeiten. Erstes Problem war die von Suse mitgebrachte Java-Version von IBM, unter der es dem Installer nicht gelang, eine bestimmte Krypto-Library zu lokalisieren. Dies funktionierte erst nach einem Umstieg auf Suns SDK 1.4.2, das dafür freilich erst noch nachinstalliert werden musste.

Damit erreicht das Setup-Tool über einen Eröffnungsbildschirm und die obligatorische Einverständniserklärung zu den Lizenzbestimmungen eine Ansicht, die Voreinstellungen wie Installationstyp und -pfad zusammenfasst. Einfluss auf die präsentierte Auswahl hat der Benutzer allerdings nicht und auch der Back-Button verhilft ihm - entgegen den Versprechungen vor seinen Augen - nicht zu einer Mitsprachemöglichkeit.

Fügt sich der Installateur in das Schicksal vorgegebener Pfade und Einstellungen, ist das Programm binnen weniger Minuten eingespielt und einsatzbereit. Nach dem ersten Start muss er dann zunächst die nötigen JDBC-Treiber zur Hand haben, um die Verbindungen zu seinen Datenbanken einrichten zu können. Die Onlinehilfe nennt im Bedarfsfall Adressen von Websites, von denen man die Treiber downloaden kann. Der Dialog für die Datenbankparameter ist selbsterklärend und schnell ausgefüllt. Danach kann es losgehen.

Alle Datenbanken versammeln sich zusammen mit einer Auswahl zugehöriger Objekte in einer aufklappbaren Liste im Hauptfenster der Applikation. Das wird allerdings schnell unübersichtlich, besonders dann, wenn eine größere Anzahl Tabellen und Indizes in unterschiedlichen Datenbanken zu extensivem Scrollen zwingt.

Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark
Ähnliche Artikel
Andockmanöver Open Office zapft externe Datenbanken an
Viel Holz für den Rahmen PHP-Frameworks im Überblick
Ein Elefant als Basis Die PostgreSQL-Erweiterung Postgis und freie GIS-Programme
Projekteküche Aktueller Überblick über freie Software und ihre Macher
Elefantenrennen Die neuen Features in PostgreSQL 8.0
Tooltime Die besten zehn Eclipse-Plugins
Whitepaper
The Role of Open Source in Data Integration

Obwohl in den letzten Jahren viele technische Fortschritte erzielt werden konnten, verfügen die meisten Datenintegrationsprozesse nach wie vor nur über eine sehr begrenzte Automatisierung. Das vorliegende White Paper von dem Industry Analyst Mark Madson wird zunächst ein grundlegendes Verständnis von Daten Integration vermitteln, die Vorzüge von Open Source Lösungen für Daten Integration erläutern und Ihnen professionelle Empfehlungen geben, damit Sie Ihre Integrationsjobs noch einfacher und produktiver gestalten können.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele (Folge 2)

Der zweite Teil des Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele White Papers beleuchtet anhand weiterer ausgewählter Case Studies die Implementierung von Open Source Datenintegration in der Praxis und benennt die daraus resultierenden Vorteile.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Kommentare (0)