Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 05/2014

Erst-Setup: Mit welchen Open-Source-Systemen der Aufwand überschaubar bleibt

Einstieg ins Monitoring

Admins, die sich vom Aufwand fürs Open-Source-Monitoring bislang haben schrecken lassen, sollten anhand dieser Ausgabe ihr fatales Zögern überdenken.

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Firmen, die ihre echten und virtuellen Server bislang nicht ernsthaft überwachen, werden schnell reich an unangenehmen Erfahrungen: vollgelaufene Volumes, festgefressene Lüfter, niemand hat bemerkt, dass seit Mitternacht der Webshop ausgefallen ist, … Dieser Magazin-Schwerpunkt zeigt anhand eines überschaubaren Szenarios (Kasten "Testszenario"), was freie Monitoring-Tools leisten und wie aufwändig es ist, sie im Nachhinein auf eine bestehende Infrastruktur aufzupfropfen.

Testszenario

Für diesen Schwerpunkt hat das Linux-Magazin mehrere Monitoring-Spezialisten gebeten, für das klassische Unternehmensszenario zu beschreiben, wie viel Aufwand die initiale Einrichtung eines geeigneten Monitorings verlangt und welches sich wann besser eignet. Dazu mussten sich sieben Open-Source-Tools dem folgenden Setup stellen:

Auf einem echten Rechner, der virtuellen Servern als Gastgeber dient, sollten die Monitoring-Tools Daten der Hardware überwachen, zum Beispiel den Gesundheitszustand von Festplatten (Smart), die Temperatur der CPU, aber auch ihre Auslastung, dann die Nutzung von RAM, die Belegung des Dateisystems oder einfach, ob das Netzwerk sauber funktioniert.

In den Gästen hingegen konzentrierte sich das Setup auf ein in vielen kleinen und mittleren Unternehmen vorzufindendes Servernetz aus File-, Mail-, Druck- und Webserver. Apache und MySQL (LAMP), Postfix (SMTP), Cyrus/Dovecot (IMAP), Cups, Samba & Co. stehen da nur exemplarisch für typische zu überwachenden Dienste im Unternehmen.

Nagios – oder doch lieber …?

In den Tests und beim anschließenden Zusammenfügen der Puzzleteile dieses Titelthemas zeigte sich sehr schnell, wie unterschiedlich die Ansätze der einzelnen Tools sind. Während Nagios auf eine Vielzahl von Konfigurations-Dateien und -Skripten setzt, versuchen andere mit Templates (Zabbix), Agenten (Check_mk), Modulen (Collectd) oder über ein reduziertes, aber intuitives und gefälliges Webinterface (Tkmon) dem im Monitoring-Kreis neuen Admin ihre Konzepte schmackhaft zu machen.

Funktional behält Nagios dabei die Oberhand, muss sich jedoch in Sachen Performance Check_mk geschlagen geben. Ebenso schneiden die Spezialisten in ihren Domains erwartungsgemäß besser ab – vor allem dank eines meist maßgeschneiderten Setups mit simplen Copy-and-Paste-Konfigurationen, zum Beispiel Monit. Webhoster bringen sowieso eigene Tools mit, die der letzte Artikel im Schwerpunkt vorstellt.

Es muss nicht immer Nagios sein. Wer zum einen die umfangreiche und für Neueinsteiger komplizierte Konfiguration scheut, hat mit den Ablegern, Forks und verwandten Projekten von Icinga über Tkmon und Check_mk viele Optionen, die ihm das Leben erleichtern, aber fast immer den gleichen Funktionsumfang bieten. Und wer nur einzelne Aspekte bedienen will – etwa weil es ihm reicht, mit Monit oder Collectd eine Vielzahl gleichartiger Maschinen per simplem Kopieren von Dateien ins neu aufgesetzte Monitoring einzubinden –, der wird sicher mit derlei Spezialisten glücklicher als mit dem Funktionsmonster.

Trotzdem wird Nagios noch lange der Platzhirsch unter den Monitoring-Tools bleiben, auch wenn ihm die Konkurrenz mächtig auf den Pelz rückt.

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