Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 05/2013
© Jean-Marie Guyon , 123RF.com

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Tipps zur Datenmigration bei Groupware

Umzugsplaner

Microsofts Produktpolitik treibt kontinuierlich viele Anwender vom Windows Small Business Server auf eine freie Groupware. Aber auch so manche funktionsarme Cloudlösung legt einen Umstieg nahe. Bei der Migration der Daten gibt es jedoch einiges zu sortieren, das über die bloße Technik hinausgeht.

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Sie gehören zu den komplexesten Herausforderungen, die sich in der Unternehmens-IT finden: Groupwaremaschinen. Meist werkelt Microsofts Exchange auf den kombinierten Mail-, Adressbuch- und Kalenderservern. Zu den ohnehin schon ausreichend komplizierten drei Basisdiensten kommen fast in jeder Firma Erweiterungen wie Verzeichnisdienste, CRM, ERP und Dokumentenmanagement, was die Server zu den zentralen Datenschleudern im Unternehmen macht.

Handle with care!

Mancher Admin ist schon froh, wenn das System dauerhaft so läuft wie gewünscht, und handelt eher nach dem Motto "Never touch a running system". Eine Groupwaremigration ist schnell als ein kostspieliges Mammutprojekt bekannt, das Unternehmen nur ungern angehen. Ist aber proprietäre Software im Spiel, entsteht der Zwang nicht selten durch deren Hersteller – und genau das geschieht in dieser Branche derzeit: Mehr und mehr wandern Kunden vom lokalen Server in die Cloud und – nicht selten gleichzeitig – von proprietären Produkten zu Open-Source- oder zumindest OSS-basierten Angeboten.

Die Migration der Allrounder ist jedoch oft ein langwieriger Prozess, in dem die Technik (für viele Admins überraschenderweise) nicht die Hauptrolle spielt. Das Linux-Magazin hat für diesen Artikel deutsche Groupwarespezialisten (Consultants und Hersteller) nach ihren besten Tipps, Tricks und Best Practices gefragt – und einige teils überraschende, aber stets hilfreiche Antworten bekommen.

Jedes Mal anders

"Das ist ein Feld, in dem es extrem individuell zugeht. Von den zahlreichen Groupwaremigrationen, die ich in den letzten Jahren betreut habe, wiesen maximal 25 Prozent Ähnlichkeiten mit früheren Projekten auf", warnt Michael Kromer (Abbildung 1) vom Groupwarehersteller Zarafa (Abbildung 2, [1]).

Abbildung 1: Michael Kromer ist IT-Consultant bei Zarafa und hat dort bereits zahlreiche Migrationen betreut. Seine Erfahrung zeigt: Jede ist anders.

Abbildung 2: Gute Outlook-Unterstützung, Anbindung mobiler Geräte und ein modernes Webinterface bietet Zarafa. Mapi und Active Sync machen das möglich, die Daten landen in einer SQL-Datenbank.

Er mahnt zur Geduld: "Während der Migration sollten alle Beteiligten Ruhe bewahren, gerade wenn unvorhergesehene Probleme auftreten. Das Unter- oder gar Abbrechen einer laufenden Migration aufgrund von Ungeduld zählt zu den absolut typischen Migrationsfehlern."

Auch Cornelius Weiss (Abbildung 3), Entwicklungsleiter bei Metaways, der Firma hinter Tine 2.0 (Abbildung 4, [2]) preist Ruhe, Geduld und Beharrlichkeit als die obersten Tugenden: "Ich habe kaum eine Migration erlebt, wo es nicht auch zwischendurch mal Zweifel am Gesamtprojekt gab."

Abbildung 3: Cornelius Weiss ist einer der Kernentwickler von Tine 2.0 und Entwicklungsleiter bei der Metaways GmbH.

Abbildung 4: Tine 2.0 ist aus Egroupware hervorgegangen, hat aber nichts mehr mit diesem zu tun. Gemeinsam mit Kolab haben die Entwickler das Open-Source-Active-Sync-Modul Synchotron zusammengestellt.

Und FSFE-Urgestein Georg Greve (Abbildung 5), Mitgründer der Kolab Systems AG (Abbildung 6, [3]) sagt: "Die Technik ist immer lösbar, das ist nie das wahre Problem. Aber deutlich leichter tut sich, wer von vornherein auf Open Source und offene Protokolle gesetzt hat."

Abbildung 5: Hat die FSFE und Kolab geprägt: Georg Greve, CEO von Kolab Systems.

Abbildung 6: Kolab 3.0 ist jüngst erschienen, bringt Roundcube als Webmailer mit und will Outlook, Kontact, Thunderbird und Mobiltelefone unterstützen.

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