Kotlin möchte das bessere Java werden
Auch eine Insel
Tim Schürmann
Im finnischen Meerbusen liegt die kleine Insel Kotlin. Seit rund einem Jahr hat sie eine Namensvetterin: Kotlin heißt auch die neue Programmiersprache, die sich zu einer Java-Alternative entwickeln soll.
Die Firma Jetbrains kennen Programmierer vermutlich als Hersteller der IDE Intelli-J [1]. Deren Entwickler störten sich bei ihrer Arbeit immer wieder an einigen Eigenheiten von Java. Da es ihrer Ansicht nach schwierig wäre, Java entsprechend zu verbessern, schufen sie kurzerhand ihre eigene Sprache. Die soll vor allem mit Java kompatibel bleiben, sich mindestens genauso schnell übersetzen lassen, alte Ärgernisse wie die lästigen Null-Pointer-Exceptions (NPEs) abschaffen, flexibler sein sowie eine kompaktere Syntax besitzen. Heraus kam Kotlin [2].
Mischmaschine
Ausgelegt ist Kotlin als Vielzweck-Programmiersprache (General Purpose Language), die vor allem für größere Projekte in Unternehmen gedacht ist. Jetbrains selbst möchte mit ihr die Entwicklung von Intelli-J vereinfachen [3]. Kotlin übernimmt einen großen Teil der Syntax von Java, folglich ist es objektorientiert, statisch typisiert und bietet Generics. Hinzu mischen die Erfinder aber auch Elemente aus funktionalen Sprachen, etwa Funktionen höherer Ordnung. Die Syntax kurz und knackig halten sollen unter anderem Mixins und eine automatische Typableitung.
Den Quellcode überführt ein Compiler in Java-Bytecode, der wiederum auf jeder Java Virtual Machine (JVM) läuft. Kotlin kann dadurch Java-Bibliotheken nutzen und umgekehrt auch Java Kotlin-Code einbinden. Damit darf der Programmierer beliebte und leistungsfähige Java-Frameworks wie Spring oder Hibernate weiterverwenden. Mittlerweile erzeugt der Compiler auf Wunsch auch Javascript-Code, das Ergebnis läuft dann in jedem Browser. Kotlin steht zusammen mit der Referenzimplementierung des Compilers seit Februar 2012 unter Apache-2.0-Lizenz.
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