Open Source im professionellen Einsatz

Cebit 2012: Android, Libre Office und Samsung streichen Preise ein

08.03.2012

Bei der Verleihung der Linux New Media Awards 2012 für besondere Leistungen im Bereich Linux und freie Software haben Libre Office und Android jeweils zwei der insgesamt sieben Preise gewonnen.

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Die Auszeichnungen verleiht der Verlag des Linux-Magazins jedes Jahr, die Jury besteht aus den Magazin-Redaktionen sowie rund 300 Personen aus der internationalen Open-Source-Community.

Im Rennen um den Preis für das innovativste Open Source-Projekt hatten dieses Jahr fast 40 Bewerber gewetteifert. Die meisten Stimmen entfielen schließlich auf Android, Googles Mobil-Betriebssystem auf Linux-Basis. Es habe Linux einen enormen Verbreitungsschub beschert, betonte der Knoppix-Erfinder Klaus Knopper in seiner Vorrede. Er überreichte den Award an die Produkt-Marketing-Managerin Christine Hupe von Google. In ihrer Danksagung bedankte sie sich bei der großen Gemeinde der App-Entwickler, die Software für die Plattform bereitstellen. Sie wurde sogar zweimal auf die Bühne gebeten, denn Android erhielt später auch den Preis für herausragende Verdienste um Linux und freie Software. Diesen überreichte der langjährige Linux-Advokat Jon 'maddog' Hall. Der US-Amerikaner bemerkte, nur mit Android hätten die Verbraucher die Wahl zwischen verschiedenen Geräten und Anbietern.

Durften einen Linux New Media Award 2012 heim tragen (von links rechts): Florian Effenberger (Libre Office), Andreas Kretschmer (PostgreSQL Europe), Christine Hupe (Google), Julia Oppel und Soung-min Choi (Samsung) sowie Thorsten Behrens (Libre Office).

Im Zusammenhang mit Android steht auch das "Hottest Linux Device 2012": Das Smartphone Galaxy Nexus von Samsung konnte sich gegen Geräte wie Amazons Kindle sowie die große Vielfalt weiterer Android-Telefone durchsetzen. In seiner Laudatio bekannte Marcel Hilzinger, Chefredakteur der Zeitschrift Android User, auch sein persönlicher Favorit sei das Galaxy Nexus gewesen. Das koreanische Unternehmen Samsung erhielt zudem den Preis als Android-freundlichster Hardware-Hersteller.

Als weiterer Hauptgewinner erwies sich die freie Bürosuite Libre Office. Das Ende 2010 von Open Office abgespaltene Projekt hat es geschafft, sich als Quasi-Standard auf dem freien Desktop zu etablieren uns läuft auch unter Windows und Mac OS X. Daher konnte es sich vor Konkurrenten wie Samba und Wine als beste Interoperabilitätslösung platzieren. In seiner Vorrede bemerkte der Linux-Consultant Thomas Uhl, diese Kategorie sei von besonderer Bedeutung, weil fast jeder Anwender Text- und Office-Dokumente verfasse. Den Preis nahm Thorsten Behrens von der Document Foundation entgegen, der Stiftung hinter dem Libre-Office-Projekt. Er widmete den Preis allen Mitwirkenden aus der Community. Thomas Uhl zeigte sich bereits neugierig auf die Web- und Mobilversionen der Bürosuite. Auch die Herzen der Anwender hat das freie Büroprogramm offenbar gewonnen: Es erhielt auch den Publikumspreis für die beste Desktop-Anwendung.

Daneben hatte die Linux New Media einen Preis für die beste Open-Source-Datenbank ausgelobt. Mit selten deutlichem Abstand gewann in dieser Kategorie PostgreSQL. Der Sieger vereinte eineinhalb mal so viele Stimmen auf sich wie der Zweitplatzierte.

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