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Cebit 2009: BMW und Partner gründen Open-Source-Plattform Genivi

In einer Keynote auf dem Open-Source-Forum der Cebit wird Graham Smethurst, General Manager, Infotainment und Communication Systems bei BMW, eine neue Open-Source-Entwicklungsplattform der Automobilindustrie vorstellen. Unter dem Namen Genivi wollen die Gründungsmitglieder BMW, Delphi, General Motors Corp., Intel, Magneti Marelli, PSA Peugeot Citroën, Visteon Corp. und Wind River gemeinsam Infotainment-Software auf Linux-Basis entwickeln.

Der Namensbestandteil "IVI" steht für "In-Vehicle-Infotainment" und beschreibt das gemeinsame Ziel der Partner aus der Automobilbranche, IT-Unternehmen und Unterhaltungselektronik-Herstellern. Treibende Kraft hinter der Allianz sind die Software-Entwickler bei BMW, denn sie arbeiten bereits seit einigen Monaten gemeinsam mit Embedded-Linux-Anbieter Wind River an Unterhaltungselektronik-Software für die Fahrzeuge auf Basis Freier Software.

Die Kooperation mit anderen Unternehmen im Genivi-Projekt stand seit langem weit oben auf der Wunschliste des bayerischen Autobauers. Auf dem Open Source Forum der Cebit ist es am 5. März um 14.00 bis 15:30 Uhrsoweit: Die beteiligten Firmen, sonst Wettbewerber, stellen sich als Genivi-Vertreter vereint auf das Podium in Halle 6.

Smethurst freut sich über den gelungenen Zusammenschluss, denn für ihn stehen die Vorteile der gemeinsamen Entwicklung a la Open Source seit langem fest: "Genivi wird den traditionellen Ansatz proprietärer Lösungen überwinden und ein in diesem Bereich noch nicht gesehenes Maß an Kreativität hervorbringen" Smethurst ist von dem Erfolg überzeugt: "Die Zusammenarbeit auf einer gemeinsamen Referenz-Plattform und Systemarchitektur wird den Genivi-Mitgliedern eine Konzentration auf Entwicklung und Integration innovativer Funktionen ermöglichen." Auch der Vertreter von General Motors zeigt sich überzeugt: "Eine gemeinsame Referenz-Plattform ist in der gesamten Branche entscheidend für den Erfolg von innovativen und anspruchsvollen automobilen Entertainment-Anwendungen" sagt Hans-Georg Frischkorn, Geschäftsführer Global Electrical Systems, Controls und Software bei GM.

Unter der Bezeichnung Genivi will das Industriekonsortium eine gemeinsame Hardware- und Software-Architektur entwickeln, von der OEMs, Tier-I- und andere Zulieferer profitieren können. Zu den Bestandteilen der Genivi-Plattform gehören Linux-basierte Dienste, Middleware und offene Application-Layer-Interfaces. Geht es nach den Vorstellungen der Gründungsmitglieder, wird die Open-Source-Plattform die erste Anlaufstelle und Basis für Automobilhersteller und ihre Zulieferer. Diese sollen dann zu Genivi beitragen und die Plattform mit ihren jeweiligen Produkten und Diensten erweitern und ausbauen.

Smethurst und seine Kollegen sind vom Nutzen überzeugt: Schnellere Entwicklung und dramatisch sinkende Entwicklungkosten zählen sie zu den Hauptargumenten für ihr Vorhaben. Gleichzeitig wollen die Partner Abhängigkeiten von den Herstellern proprietärer Lösungen abschütteln. Dank des frei verfügbaren Quellcodes wird der Weg zu individuellen Infotainment-Varianten frei.

Bereits für den Sommer 2009 verspricht Graham Smethurst die erste Version der Plattform. Sie soll auf einem Automotive-Prototyp mit Wind River Linux basieren, der seit achtzehn Monaten entwickelt und geprüft wird. Der Code wird noch gehärtet und dann als Open Source veröffentlicht.

(Britta Wülfing)
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Kommentare (1)
von
Gregor,
08.04.2009 22:43
weiter so...
Die Forschung zum Thema "Computer und Auto" kann doch wirklich nicht genug vorangetrieben werden. ich denke BMW tut sehr gut daran, sich an solchen Projekten zu beteiligen. Ihre herausragenden Technologien haben die Bayern vielleicht bislang ja auch noch so glimpflich durch die Krise schlittern lassen. Wenn man mal deren Geschäfte betrachtet (http://www.das-anlegerportal.de/bmw-519000-aktie.htm) und dann mit der Konkurrenz vergleicht, zeigt sich doch noch ein kleiner Vorsprung.