Krugle, eine Suchmaschine für Open-Source-Code, hat am 1. Juni ein umfangreiches Update vorgenommen. Mit der neuen Version ist der Zugriff auf mehr als 20.000 neue Projekte möglich.
Mit dem Update der Code-Suchmaschine sind nach Aussagen des Projektteams nun insgesamt 2 Milliarden Code-Zeilen im Index. Darunter sollen sich auch Quelltexte finden, die nicht in öffentlichen Versionskontrollsystemen, sondern nur als Pakete zur Verfügung stehen. Die neue Version unterstützt daneben mit Erlang und Groovy zwei weitere Programmiersprachen.
Weil Krugle seine Programmierschnittstelle Open API in Kürze veröffentlichen will, haben die Entwickler nach eigenen Aussagen parallel mit den “Aufräumarbeiten” am Code begonnen. Als wesentliche Verbesserung nennen die Entwickler das Plugin für die integrierte Entwicklungsumgebung Eclipse, das nun in Version 1.0.5.2 zum Download zur Verfügung steht. Der Link verweist zwar noch auf eine Beta-Version, soll jedoch laut der
Ankündigung von Projekt-Mitgründer Ken Krugler in Kürze aktualisiert werden.
Ken Krugler ist der Technische Leiter des Unternehmens und zugleich Namensgeber für die Code-Suchmaschine. Von der Namensähnlichkeit zu Google erhofft sich das Unternehmen neben Marketingeffekten auch eine ähnliche Marktposition in der Zielgruppe der Programmierer. Dazu beitragen sollen Partnerschaften mit dem Entwicklernetzwerk CollabNet und mit SourceForge, einem Online-Portal für Software-Projekte. Seit Anfang Mai sollen Entwickler auf SourceForge nicht nur Projekte ausfindig machen, sondern sollen dank des Krugle-Tools auch einzelne Codezeilen aus den Projekten herausfiltern und herunterladen können.
Als nächstes hat sich Krugle vorgenommen, auch innerhalb von Unternehmensprojekten nach Open-Source-Code zu suchen. “Immer mehr Unternehmen entschließen sich, ihren Quellcode zu veröffentlichen”, schreibt Ken Krugler in seinem Blog. “Beim öffentlichen Code wird es daher einen weiteren Auftrieb geben.” Er weist darauf hin, dass er bewusst zwischen “öffentlichem” (public) Code und Open Source unterscheidet. Ursache hierfür sei ein Trend zu einer Lizenz nach dem Motto “Anschauen, aber nicht Anfassen”. Seiner Erfahrung nach wird Software zunehmend unter diesem Prinzip verfügbar. Zur Suche nach freiem Code in Unternehmen gibt es von Krugle ein Softwaretool, derzeit als Beta-Version, in der zweiten Jahreshälfte 2007 soll das Produkt fertiggestellt werden.



