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Cebit Open Source 2010 - Projektpräsentation OSADL

OSADL

von Ulrich Bantle
Erschienen im Linux-Magazin Cebit 2010/Projekte

15 Projekte aus dem Open-Source-Bereich bekommen bei der Cebit Gelegenheit sich zu präsentieren, OSADL zählt dazu.

Kurz und knackig: Beschreibt das Projekt in zwei Sätzen:

Linux ist echtzeitfähig und inzwischen zum Standard-Betriebssystem für industrielle Embedded-Systeme und Automatisierung geworden. Die Industrie benötigt aber auch Echtzeit-Kommunikation wie etwa Echtzeit-Ethernet. Dieses Projekt schafft die Voraussetzungen für Echtzeit-Ethernet im Linux-Kernel und implementiert zwei Open-Source-Protokoll-Stacks.

Seit wann besteht das Projekt?

Seit etwa zwei Jahren.

Wie viele aktive Mitglieder hat das Projekt?

In der initialen Abstimmung wurde das Projekt von der Mehrheit der über 30 OSADL-Mitglieder befürwortet. Die Implementierung der Linux-Komponenten wird vom Kernel-Entwickler Thomas Gleixner (Linutronix GmbH) vorgenommen. Die Realisierung der Echtzeit-Ethernet-Stacks erfolgt in Zusammenarbeit zwischen dem OSADL und den OSADL-Mitgliedern Ethernet POWERLINK Standardization Group (EPSG) bzw. SERCOS International (SI).

Wie ist das Projekt entstanden?

Viele Maschinenbauer haben sich aus verschiedenen Gründen für Linux entschieden. Einer dieser Gründe ist sicher, dass Open-Source-Software nicht abgekündigt werden kann; denn dadurch kann eine Produktlebensdauer von 10 Jahren und mehr realisiert werden. Mit der Ablösung klassischer Feldbussysteme durch Echtzeit-Ethernet-Protokolle muss sich Linux nun auch dieser Herausforderung stellen und diese Protokolle verfügbar machen.

Warum soll der CeBIT-Besucher an Euren Stand kommen?

Wir wollen auf die Tatsache aufmerksam machen, dass Linux auch im industriellen Bereich und speziell in Embedded-Systemen inzwischen weit verbreitet ist. Mit der Implementierung von sehr leistungsfähigem Echtzeit-Ethernet können wir zeigen, dass Linux auch derartigen Anforderungen problemlos gewachsen ist. Dies alles ist sicher auch ein Argument, sich für Linux in anderen Anwendungsbereichen zu entscheiden. Denn es zeigt die hohe Flexibilität und Skalierbarkeit des Linux-Kernels.

Für wen macht Ihr Eure Software?

Für alle, die echtzeitfähiges Ethernet unter Linux benötigen: Maschinenbauer, Automobilhersteller, Nutzfahrzeughersteller, Gerätebauer (etwa Medizingeräte), Steuerungshersteller und -anwender (wie Fahrstuhlsteuerungen, Eisenbahnsteuerungen), Anlagenbauer (Wasserversorgung, Energieverteilung).

Wo sind aktuell die größten Schwierigkeiten?

Zur weiteren Optimierung der Performance muss ein Mechanismus gefunden werden, der es erlaubt, eintreffende Echtzeit-Ethernet-Pakete sehr früh zu erkennen, abzutrennen und an die jeweiligen Stacks zu senden. Dieser Mechanismus muss so realisiert werden, dass er in den Mainline-Linux-Kernel aufgenommen werden kann.

Wenn das Geld für einen festangestellten Entwickler da wäre, welche Nuss sollte er knacken?

Die weitere Anpassung der Protokoll-Stacks, so dass diese in den Mainline-Linux-Kernel aufgenommen werden können.

Unter welcher Lizenz steht die Software?

Die Kernel-Komponenten stehen unter der GPLv2, Ethernet-Powerlink ist BSD-lizenziert und SERCOS III/CoSeMa steht unter der LGPLv2 oder höher.

Internetadresse:

http://www.osadl.org/
http://www.ethernet-powerlink.org/
http://www.sercos.de/

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