Cebit 2009: Mozilla zeigt Web der nächsten Generation

Tim Riley, Carsten Book und Chris Hofmann von Mozilla (von links)

Die Mozilla Foundation ist auf der diesjährigen Cebit erstmals mit einem Stand in der Open Source Project Lounge in Halle 6 vertreten.

“Fast jeder, der am Stand vorbeikommt, benutzt Firefox”, sagt Tim Riley von Mozilla. Die Firefox-Anstecker und weitere Goodies, die das Messe-Team verteilt, erfreuen sich großer Beliebtheit.

Riley und Kollegen präsentieren an ihrem Stand die Features der kommenden Firefox-Version 3.1, die in rund zwei Monaten fertig sein soll. Dabei handelt es sich vor allem um Neuerungen in HTML 5, beispielsweise das Video-Tag, mit dem sich Ogg-/Theora-Videos einbetten und ohne Plugin im Browser abspielen lassen. “So ist alles im Open-Source-Browser dabei, und man ist nicht auf Adobe oder andere angewiesen”. Weitere Neuerungen betreffen SVG, wo nun Drag & Drop von Objekten möglich ist sowie die Diagramm-Bibliothek Canvas.

Auch Canvas und SVG sind Teil der HTML-5-Spezifikation. Chris Hoffmann, zu Gründerzeiten der erste Angestellte der Mozilla-Foundation: “SVG steht mittlerweile in allen verbreiteten Browsern zur Verfügung, darauf kann sich der Web-Entwickler verlassen.” Er berichtet, dass neue Web-Technologien einige Zeit brauchen, um sich durchzusetzen: “XMLHttpRequest beispielsweise gibt es schon seit 2001, aber erst in den letzten Jahren, hat es sich als Web-2.0-Technologie durchgesetzt.” Das lag seiner Meinung nach vor allem an Microsofts Internet Explorer, der sich mit Version 6 zwischen dem Jahr 2001 und 2004 nicht weiter entwickelt hat. Erst die Veröffentlichung von Mozilla 1.0 habe wieder für frischen Wind gesorgt: “Da kam wieder Leben ins Web”, erzählt Hofmann, der derzeit für Special Projects zuständig ist – eine vielseitige Rolle vom Testen bis zur Repräsentation des Projekts auf Konferenzen. Er ist überzeugt, das sich einige der “Features der nächsten Generation” in Firefox 3.1 ebenfalls im Web durchsetzen werden.

Laut Tim Riley, Chef der Mozilla-Qualitätssicherung, legt das Browser-Projekt großen Wert auf das Testen “Jeder, der Code für Firefox in die Versionskontrolle eincheckt, muss die passenden Tests gleich mitliefern.” Im Zuge von Continuous Integration erstellt ein automatisches Buildsystem ständig aktuelle Versionen der Software und führt anschließend rund 100.000 Test Cases aus. Das 17-köpfige QA-Team aus Vollzeitangestellten wird durch rund 10.000 Community-Tester ergänzt, die sich morgens Nightly Builds installieren. Dazu kommen Millionen von Beta-Testern.

Tim Riley, Carsten Book und Chris Hofmann von Mozilla (von links)

Tim Riley, Carsten Book und Chris Hofmann von Mozilla (von links)

Für die Tests kommt neben HTML und Javascript auch C++ zum Einsatz, berichtet Riley, daneben verwendet sein Team ein ganzes Arsenal an Open-Source-Tools wie Mochikit, Buildbot, Mozmill und Selenium.

Die beiden US-Amerikaner, die zusammen mit ihrem deutschen Kollegen Carsten Book den Mozilla-Stand bemannen, freuen sich über das rege Interesse der Besucher und den Austausch mit anderen Projekten. “Außerdem gibt es hier wesentlich mehr Nachfragen nach Thunderbird als in den USA”, bemerkt Chris Hofmann, “Offenbar ist hier E-Mail nicht so von Microsoft Outlook dominiert.” Das Mozilla-Team ist in der Open Source Project Lounge in Halle 6 der Cebit zu finden.

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