Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin Online Artikel/

Übersicht Groupware-Server, Teil 1

Die Platzhirsche

27.12.2007

Fast jedes Unternehmen hat Bedarf an Groupware, und das Angebot ist nahezu unüberschaubar. Grund genug, die existierenden Software-Pakete zu sichten. Dieser erste Teil einer Groupware-Übersicht widmet sich den arrivierten Programmen mit Support durch Firmen.

231

Das Open-Source-Portal Sourceforge kennt über 200 Treffer zum Thema Groupware, und dabei sind viele kommerzielle Produkte noch gar nicht eingerechnet. Viele Hersteller teilen sich den Markt der Exchange-Alternativen, aber nur wenige davon sind den potentiellen Benutzern bekannt. Nicht nur die Platzhirsche wie IBMs Lotus, Open-Xchange, Scalix oder Novells Groupwise verfügen über Qualitäten, die auch oder gerade in großen Unternehmen Linux-basierte Groupware-Systeme ermöglichen. Der folgende Artikel gibt einen Überblick über den ständig wachsenden Markt der Groupware-Software. Nicht alle davon sind als Open Source lizenziert, aber alle laufen auf Linux.

Insight

Als All-In-One-Paket bringt Insight von Hersteller Bynari eine umfangreiche Sammlung freier Software mit: LDAP, SQL,Postfix, Cyrus, Proftp und Jabber. Darüber hinaus gibt es auch eine fast vollständig automatische Installationsroutine, ein funktionales Web-Interface und passende Outlook-Integration mit einem eigenen Konnektor. Verbesserungswürdig sind allerdings die Fehlerbehandlung im Installer und der Funktionsumfang der Groupware.

Webseite: http://www.bynari.net

Einfach, aber funktional: Der Webclient von Bynaris Insight.

Egroupware

Die webbasierte Groupware glänzt durch ein vorbildliches modulares Konzept,
das fast keine Wünsche offenlässt, wenn Protokolle und Dienste integriert werden sollen. Überhaupt bietet Egroupware wohl den größten Funktionsumfang aller Groupware-Systeme, auch wenn es dann manchmal an der umgesetzten Tiefe mangelt. Das Ganze ist Open-Source-Software unter der GPL.

Webseite: http://www.egroupware.org

Egroupware bringt umfangreiche Funktionen mit, die Abbildung zeigt das Modul Projektmanagement in Version 1.4.

Zimbra überzeugt dank einfallsreicher Ajax-Applets, Zimlets genannt, durch eine überraschende Informationsfülle. Der Preis dafür ist allerdings ein hoher Ressourcenbedarf auf dem Server.
Auch Zarafa hat Ahnen: Es basiert auf Exchange4Linux und übersetzt speichert die Ergebnisse der MAPI-Kommunikation mit den Outlook-Clients in einer SQL-Datenbank.
Scalix, der Nachfolger von HP Openmail, bringt nahtlose Active-Directory-Integration, Clustering und Multi-Server-Setups. Die Abbildung zeigt einen Ausschnitt der Administrationskonsole.
Dokumentenmanagement, Rechteverwaltung und Projektmanagement inklusive: Open-Xchange, der Nachfolger des SLOX bietet viele Funktionen und unterliegt der GPL.
Opengroupware kommt mit umfangreichen Modulen und unterstützt zahlreiche freie Protokolle, darunter auch GroupDAV.
Eher eine Plattform für die Anwendungsentwicklung denn eine Groupware: das Gespann Lotus Notes und Domino Server.
Kontact ist einer der drei Standard-Clients für Kolab. Der Webclient ist mit Horde realisiert, kommerzielle Outlook-Konnektoren gibt es ebenfalls.
Novells Groupwise bringt einen eigenen Client mit, der mittlerweile dank Java auch unter Linux bereit steht. Das Look and Feel ist dabei stark an Outlook angelehnt.
Citadel, das ehemalige BBS, ist heute eines der ältesten freien Software-Projekte. Die Abbildung zeigt den Webclient webcit bei der Administration eines Kalenders.

Linux-Magazin kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Univention-Server bekommt Zarafa-Groupware integriert

    Der Bremer Linux-Distributor Univention wird in den nächsten Tagen auch die Groupware Zarafa in den Univention Groupware Server (UGS) integrieren.

  • Pflege für Scalix 11

    Der kalifornische Hersteller Scalix hat eine neue Maintenance-Release seines Groupware-Servers veröffentlicht.

  • Groupware Citadel 7: Pakete für Debian und Ubuntu verfügbar

    Auf der Webseite des Open-Source-Projektes Citadel stehen seit kurzem binäre Installationspakete des Groupware-Servers zum Download bereit. Debian und Ubuntu sind damit die ersten Distributionen, für die es fertige Citadel-Pakete gibt.

  • Gruppenbaustelle

    Die Arbeit geht weiter: Nach Jahren der Stagnation bekommt der freie Groupwareserver jetzt Sync ML, Active Sync und Kontact-Desktop-Clients für Smartphones, Apple OS X und Microsoft Windows spendiert. Hinter den Kulissen werkelt nun mit Kolab Systems eine neue Firma.

  • Groupware-Vergleich

    Soll im Unternehmen eine neue Groupware die Zusammenarbeit verbessern, muss der Admin angesichts der Vielzahl an Features und Optionen schnell kapitulieren. Dieser Test nimmt ihm die Evaluierung der Groupware-Maschinen Kolab, Open-Xchange, Zarafa und Zimbra ab und hilft bei der Produktauswahl.

comments powered by Disqus

Ausgabe 11/2016

Artikelserien und interessante Workshops aus dem Magazin können Sie hier als Bundle erwerben.