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Wayland 1.2: Farbmanagement und stabiles Server-API

15.07.2013

Wayland 1.2 bringt neben zahlreichen kleineren Bugfixes auch nennenswerte größere Änderungen gegenüber der Version 1.1 mit, die vor drei Monaten erschienen ist.

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Die Komponente wayland-server verfügt nun über ein stabiles API, was den externen Entwicklern externer Compositors Planungssicherheit beschert. Es gibt Fortschritte im Farbmanagement: Von Richard Hughes stammen zwei Farbmanagement-Plugins. Ein simples Plugin liest ein Profil aus weston.ini, ein ausgefeilteres integriert sich mit dem Daemon Colord.

Quelle: http://people.freedesktop.org/~hughsient/

Daneben ist das Wayland Input Method Framework nun Feature-komplett, aber noch nicht Teil des offiziellen Wayland-API, weil dazu noch Tests nötig sind. Das Subsurface-Protokoll erlaubt es, verschiedene Oberflächen mit unterschiedlichen Farbräumen und Puffertypen zu kombinieren. Wayland 1.2 unterstützt HiDPI, das die hohen Auflösungen aktueller Laptop-Displays nutzt.

Von Collabora gibt es ein Raspberry-Pi-Backend und Renderer. Der Libwayland-Client verfügt über eine höhere Thread-Sicherheit, um zum Beispiel Inkompatibilitäten mit EGL zu entfernen. Multi-Seat wird ebenfalls unterstützt und lässt sich mit Udev-Einstellungen für die Input Devices konfigurieren, die Unterstützung für Libxkbcommon wird optional, da einige Systeme kein vollständiges Keyboard benötigen. Nicht zuletzt ist ein Beispiel-Client an Bord, der die Idee eines Application Compositors demonstrieren soll. Dabei rendert ein Client auf eine Oberfläche und der andere verwendet das Resultat als Textur.

Wer Wayland 1.2 testen will, kann eine der Live-CDs von Rebecca-Black-OS verwenden, offizielle Tarballs gibt es hier.

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