Open Source im professionellen Einsatz

"Spontane Idee": Shuttleworth will Ubuntu 13.04 "Raring Ringtail" teilweise hinter verschlossenen Türen entwickeln

22.10.2012

Es gäbe da einige Features, die großes Medienecho geben könnten, wenn sie "aufgedeckt" würden, plaudert Mark Shuttleworth über die Entwicklung der nächsten Ubuntu-Version. Das sorgte prompt für Diskussionen - und veranlasste den Canonical-Gründer zu einer erneuten Erklärung.

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"Ist das dann noch offene Software-Entwicklung?" fragen sich Ubuntu-Entwickler derzeit in Blogs und Mailinglisten. Die Reaktion auf Shuttleworths Ankündigung, an diversen Features für Ubuntu 13.04 - Raring Ringtail (Enthusiastisches Katzenfrett) genannt - dürften nur "Community-Mitglieder, die Glaubwürdigkeit in Sachen Ubuntu-Mitgliedschaft erreicht hätten" mitwirken, hat für einigen Unmut gesorgt.

Skunkworks

Zwar will der Ubuntu-Mäzen nach eigener Aussage nur einige wenige, besonders innovative Komponenten, die, "würden sie erst aufgedeckt, wenn sie fertig sind" für viel Aufsehen sorgen, gezielt geheim halten und erst nach Abschluss der Arbeit veröffentlichen. "Wir würden einfach nicht darüber reden", schreibt er in seinem Blog unter dem Titel "Raring community skunkworks" - und die fertigen Features dann so umso erfolgreicher platzieren können.

Die Reaktion in der Community ließ nicht lange auf sich warten, manche Blogger (zum Beispiel in den Kommentaren zu Shuttleworths Post) sehen bereits das Ende der transparenten Open-Source-Entwicklung bei Ubuntu gekommen, andere kritisieren das Vorhaben als "Apple-ähnlichen Release Style", manch einer beschuldigt Shuttleworth gar, seine (Debian-)Wurzeln vergessen zu haben.

Zurückgerudert?

Von dem großen Echo inspiriert, erklärte Shuttleworth am Freitag erneut in einem Post namens "in addition to", Ubuntu werde keinesfalls weniger offen und bezeichnet seinen Post vom Vortrag als "spontane Idee". In der Tat habe er nur Community-Mitglieder einladen wollen, sich an Projekten zu beteiligen, die die Entwickler bisher als "privat" vorantreiben.

So werde - anders als die Wahrnehmung seines ersten Posts in der Öffentlichkeit - gar "mehr für die Community verfügbar als bisher, auch Canonicals interessanteste Projekte". Scheinbar leicht gereizt, verzichtet Shuttleworth nicht auf einen Seitenhieb, man möge ihm einen "offeneren Ort zeigen, wo Entwickler an JEDER Stelle des Designs und der Konstruktion teilhaben können und das von Millionen von Menschen verwendet würde!" Blog-Kommentare kontern das mit dem Beispiel des Fedora-Projektes.

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