Open Source im professionellen Einsatz

Spielerisch: Chemnitzer Linuxtage legen zu

23.03.2015

Schätzungsweise 3000 Besucher sollen laut Aussage der Organisatoren in diesem Jahr die Chemnitzer Linuxtage besucht haben, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche. Die Erfolgsbilanz des mittlerweile größten Linux-Events in Deutschland trüben allerdings Nachwuchssorgen.

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"Spielend einfach" lautete nicht nur das Motto der Chemnitzer Linuxtage 2015, auch die Veranstalter schienen das nun größte Linux-Event Deutschlands mit Leichtigkeit zu stemmen. Mit vermuteten 3000 Besuchern - offizielle Zahlen stehen noch aus - erreichte die Veranstaltung einen neuen Besucherrekord. Dabei funktionierte das WLAN ebenso gut wie die restliche Logistik, der Eintritt kostete moderate 8 Euro.

Was so leicht aussieht, sei tatsächlich ein ziemlicher organisatorischer Kraftakt gewesen, erklärte Antje Schreiber, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit, gegenüber dem Linux-Magazin. Auf ungefähr 30 Schultern laste die gesamte Organisation der Community-Veranstaltung. Vor allem der Nachwuchs an Helfern bereite Sorgen. Ein Ursache sieht Schreiber in der Bildungspolitik: Dank der Studienreform haben Studierende heute weniger Zeit, solche Veranstaltungen zu unterstützen.

Zwar waren einige Vortragsräume sehr voll, doch 3000 Besucher verkraftet das Gebäude der TU Chemnitz offenbar.

Dem Programm merkte man das nicht an. Rund 60 Aussteller waren vor Ort, in sechs parallelen Tracks fanden etwa 100 Vorträge und Workshops statt. Neben klassischen Admin-Themen (Monitoring, E-Mail, Security, Programmieren) gab es einen Kernel-Track mit ARM-Schwerpunkt, einen Systemd-Teil, aber auch einen Nerd-Track, der die Oculus Rift, Multicopter und 3-D-Body-Apps verhandelte. Eine bunte Mischung also.

Einsteiger kamen auch nicht zu kurz. So stellte Antje Schreiber unter anderem die Praxis Dr. Tux vor, in die Linux-Nutzer ihre Sorgenkinder auf Herz und Linux prüfen lassen. Die Doktoren vor Ort konnten keinen Trend unter den Problemen ausmachen, merkten aber an, dass die Linux-User Windows heute bevorzugt nicht mehr im Dualboot-Modus betreiben, sondern in der virtuellen Maschine, etwa mit Virtualbox. Daneben gab es einen kompletten Track für Einsteiger, der unter anderem das Unix-Konzept und die Kommandozeile vorstellte und Tipps zum Wechsel von Windows auf Linux gab.

Für Kinder bot die Veranstaltung unter anderem ein Training am Lötkolben...

Besonderen Wert legten die Chemnitzer Linuxtage auf die kleinsten Besucher, denn viele Veranstalter und Besucher bringen mittlerweile ihre Kids in das TU-Gebäude. Neben einer Kinderbetreuung gab es einen Löt- und Bastelworkshop, in einem Kellerraum durften sich die Kids in der Robot School auch an Robotern versuchen - und lieferten beeindruckende Ergebnisse. So schaffte es eine Mädchenmannschaft nicht nur, ihren Roboter einen komplizierten Parcour absolvieren zu lassen, sondern trat auch gleich den Beweis an, dass Programmieren (in C!) nicht nur eine Jungssache ist.

...aber auch einen Parcours für autonome Mini-Roboter.

Im nächsten Jahr findet dann der 18. Chemnitzer Linuxtag statt, die Veranstaltung gibt es seit 1999. Die Veranstalter bemühen sich noch, ein passendes Datum zwischen Cebit und Buchmesse zu finden, die Zusammenarbeit mit der Stadt klappe aber reibungslos, gab Antje Schreiber zu Protokoll.

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