Wie Oracle und Sun bekannt gaben, übernimmt Oracle die Sun-Aktien bis Ende des Sommers. Pro Sun-Aktie will Oracle 9,50 US-Dollar zahlen. Oracle erwartet im ersten Jahr nach der Übernahme einen zusätzlichen Gewinn von 1,5 Milliarden und im zweiten Jahr 2 Milliarden US-Dollar sowie eine Steigerung von 15 Cent pro Aktie.

Besonders interessant für Oracle sind laut ersten Aussage der Beteiligten die Sun-Pfründen Java und Solaris. Das Betriebssystem Solaris stelle die beste Grundlage für Oracles Datenbank dar, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Mit der Übernahme können Oracle nun seine Datenbank an die High-End-Features von Solaris anpassen. Oracle-Chef Larry Ellison sieht sich mit dem Kauf von Sun zudem in der Lage, ein integriertes System aus einer Hand anbieten zu können. Was aus der quelloffenen Datenbank MySQL wird, die Sun vor etwas mehr als einem Jahr gekauft hatte, ist noch unklar.

Die Ankündigung stellt das erste greifbare Ergebnis in einem seit Wochen geführten Übernahmepoker dar. Das Wall Street Journal hatte berichtet, dass IBM in Verhandlungen mit Sun stehe. Die Verhandlungen, so die weiteren Berichte, seien wegen den überzogenen Preisvorstellungen von Sun abgebrochen worden. Eine offizielle Stellungnahme dazu gab es dazu allerdings keine. Oracle wiederum wurde in Verbindung mit einer Übernahme des Linux-Spezialisten Red Hat gebracht. Auch zu diesen Spekulationen gab es jeweils keine konkreten Aussagen der Unternehmen.