Open-Source-Juristen mit kostenlosem Rechtsrat
14.07.2009
Mit der Free Software Foundation als Ideengeber haben internationale Juristen und Open-Source-Anwälte ein Informationsprojekt rund um das Thema Recht und Freie und Open Source Software (FOSS) gestartet. DIe Juristen nehmen sich für ihr Projekt die Community zum Vorbild.
Unter dem Titel „International Free and Open Source Software Law Review“ (IFOSS L. Rev.) geben die Juristen ein Journal mit Informationen zu Urheberrecht, Lizenzen, Software-Patenten, offenen Standards und richtungsweisenden Urteilen heraus. Das Magazin mit Fachbeiträgen, Kommentaren und Diskussionen soll zweimal jährlich sowohl auf Papier wie auch online erscheinen, ein illustrer Kreis an Rechtsexperten aus aller Welt haben sich als Herausgeber zusammengetan. An der Entstehung beteiligt waren beispielsweise der Hausjurist von Google Daniel Berlin, aus Belgien Ywein Van den Brande, Carlo Piana aus Italien, von der New York Law School kommt Mark Webbink, aus Australien der Leiter des Cyberspace Law and Policy Centre David Vaile, ebenso wie Brendan Scott von Open Source Law. Erfreut über das Projekt zeigt sich auch die Rechtsberaterin der Linux Foundation Karen Copenhaver. Sie verspricht sich von dem Projekt Antworten auf zahlreiche Rechtsfragen zu FOSS-Lizenzen und Entwicklung: „Es lohnt sich, wenn Juristen Modelle der Zusammenarbeit aufgreifen und ihr Wissen und die Früchte ihrer Arbeit teilen, ein gemeinsames Verständnis entwickeln und die Entwicklung des notwendigen Rechtssystems rund um Freie und Open Source Software vorantreiben.“
Bereits im Vorfeld sprach Linux-Magazin Online mit den Gründungsmitgliedern, beispielsweise über die Finanzierung des Projekts. Ein Großteil der Mittel stammt aus Spendengeldern, teilweise über die Stiftung des European Legal Network (ELN), ursprünglich ins Leben gerufen durch die Free Software Foundation Europe (FSFE). Die Juristen freuen sich über jeden Kollegen, der sich an dem Projekt beteiligen will, wie Mark Webbink erklärt. Er erläutert, wer Mitglied im ELN werden kann: „Jeder, der daran interessiert ist, Freie und Open Source Software zu verbreiten und der von einem bestehenden Mitglied unterstützt wird.“ Aus diesen Kreisen stammen denn auch die Herausgeber des IFOSSLR, berichtet er mit einem Augenzwinkern: „Wir haben nach Freiwilligen gefragt, und einige von uns sind dummerweise keinen Schritt zurückgetreten“, so Webbink, und: „Wir werden weiter ELN-Mitglieder zur Mitarbeit einladen.“
Der italienische Anwalt und Rechtsberater der FSFE Carlo Piana nennt ganz persönliche Gründe, warum er an der international übergreifenden Zusammenarbeit interessiert ist: „Verbreiten, was freie und Open Source Software ist, was die wahren Bedrohungen sind (im Gegensatz zu den falschen) und wie man ihnen effektiv begegnen kann, das ist etwas, das ich seit den letzten fünf Jahren tue. Dabei habe ich immer mehr oder weniger dieselben Dinge in verschiedenen Umgebungen wiederholt, und immer die gleiche Frage gehört 'wo kann ich mehr Information zu diesem Thema finden'.“ Die gemeinschaftliche Fachpublikation soll diese auf hohem Niveau liefern, so Piana, und er sieht zunehmendes Interesse an der Diskussion von Unternehmern, Entwicklern und Aktivisten. Der New Yorker Rechtsprofessor Mark Webbink sieht die FOSS-Entwickler als Vorbild für die Zusammenarbeit der Juristen: „Wir schätzen das Wissen, die Zeit und die Arbeit sehr, die Freie- und Open-Source-Entwickler in die gemeinschaftliche Software-Entwicklung investieren. Daher liegt es nahe, dass wir (...) dazu bereit sind, einen ähnlichen Beitrag zum Verständnis der rechtlichen Fragen rund um Freie und Open Source Software zu leisten.“ Dann fügt er an, dass die Anwälte durch den gemeinschaftlichen Wissensvorsprung ihren Klienten bei allen Fragen rund um FOSS bessere Dienste leisten könnten.
Die erste Ausgabe des IFOSSLR auf der Webseite des Projekts zum kostenlosen Download zur Verfügung und kann dort auch in einer gedruckten Ausgabe bestellt werden. Die Autoren haben ihre Artikel unter Lizenzen gestellt, die das freie Kopieren und Verteilen unter bestimmten Voraussetzungen erlauben.
(Britta Wülfing)
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Liferay Portal ist heute nicht nur die breiteste, sondern auch funktional umfassendste Entwicklung im Open Source Portalumfeld. Es eignet sich in Unternehmen als prozessorientiertes und integratives Enterprise Portal mit hervorragenden Collaboration-Funktionen. Teilweise stößt jedoch das in Liferay integrierte CMS an seine Grenzen, insbesondere bei der Publikation umfangreicher Informationsmengen. Aus diesem Grund hat comundus eine Anbindung des Web CMS OpenCms an Liferay realisiert. In dieser Kombination wird Liferay Portal zu einem vollwertigen Publishing-Portal mit sämtlichen Funktionalitäten, die heute von einem CMS erwartet werden.
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Hans-Werner,
14.07.2009 14:48
Ganz gewiss aber keine Gratis-Rechtstipp-Ecke. Sondern ein peer-reviewed Journal eben. Als solches ist es natürlich vor allem für die interessierte Fachöffentlichkeit interessant -- und bietet auch Laien Einblicke.