Seit gestern tagen in der ungarischen Hauptstadt Open-Office-Entwickler aus aller Welt. Zum Auftakt haben sich die Organisatoren einen ganz besonderen Austragungsort ausgesucht: das ungarische Parlament.
Für die Plenumssitzungen mussten die Teilnehmer ziemlich früh aufstehen, galt es doch schon um 8 Uhr zum Sicherheitscheck für den Einlass ins Parlament anwesend zu sein. Um 9 Uhr eröffnete dann der Staatssekretär des Ministeriums für nationale Entwicklung Zsolt Nyitrai die Konferenz mit einer politisch recht vollgeladenen Rede zum Thema freie Software in der ungarischen Regierung. Er versicherte den Anwesenden, dass die aktuelle Regierung hinter dem Konzept der freien Software stehe, dieses auch begreife und vermehrt freie Software einsetzen und fördern möchte. Er forderte die anwesenden (ungarischen) Zuhörer auf, das Gespräch mit der neuen Regierung zu suchen, um Ungarn in diesem Bereich voranzutreiben.
Die folgende Keynote von István Rév bot eine ideale Ergänzung und den nötigen Kontrast zur Eröffnungsrede von Zsolt Nyitrai. Rév unterrichtet als Professor an der Central European University, den Austragungsort der weiteren Vorträge und Sitzungen der Konferenz. Er stellte Open Office ins globale System der Open-Access-Institutionen und erläuterte anhand theoretischer Schriften und praktischer Erfahrungen, inwieweit freie Software und freier Zugang zu Inhalten die Demokratisierung einer Gemeinschaft positiv beeinflussen kann. Er sparte dabei auch nicht mit Kritik an der aktuellen ungarischen Regierung und ihren Vorgängern.
Zum eigentlichen Thema Open Office zurück fand im Anschluss daran Michael Bemmer, der bei Oracle für die Open-Office-Businessunit verantwortlich ist. Nach einem kurzen Rückblick auf seine positiven Erfahrungen mit der ungarischen Gastfreundschaft vor rund 25 Jahren kam er auf die aktuelle Open-Office-Entwicklung zu sprechen. Er betonte, dass Oracle voll hinter der freien Office-Suite stehe und diese als zentrale Komponente im Application-Portfolio von Oracle betrachte.
Nach einer kurzen Kaffeepause stellte schließlich Florian Schießl vom Limux-Projekt den Anwesenden die Erfolge bei der Open-Office-Migration der Stadt München vor. Den Vormittag im Parlament beschloss eine Präsentation von Miklós Banai zum Thema Open Office aus europäischer Perspektive. Er stellte die Entwicklung der freien Office-Suite innerhalb Europas dar und appellierte für einen vermehrten Einsatz von freien und standardisierten Dokumentenformaten innerhalb der EU.
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