OSS-Vorreiter: Italien schreibt Open-Source-Software in Behörden vor
Das von der Finanzkrise gebeutelte Italien schreitet in Sachen freier Software in Behörden voran und verpflichtet Behörden dazu, Open-Source-Software einzusetzen -- außer in begründeten Ausnahmefällen.
"Nur wenn im Einzelfall die Analyse der technischen und ökonomischen Aspekte die Unmöglichkeit von Open-Source-Softwarelösungen erweise" dürfen Behörden in Italien proprietäre Softwareprodukte kaufen, steht im Artikel 68 des Codice dell'amministrazione digitale, den das italienische Parlament bereits am 7. August beschlossen hat.
Der italienische Open-Source-Blogger Simone Aliprandi schreibt dazu in seinem Blog: "Damit hat freie Software jetzt Priorität, und zwar per Gesetz." Eine ganze Reihe von aufeinanderfolgenden Gesetzesänderungen habe das möglich gemacht. Dennoch solle man die Sektkorken nicht zu früh knallen lassen: Die Umsetzung in die Behördenrealität dürfte sicher länger dauern, und es ist noch nicht klar sei, wie die neue Vorschrift erzwungen werden soll.
In Deutschland ist derlei dagegen nicht in Sicht: Auf dem Linuxtag in Berlin hatten sich auf einer Podiumsdiskussion (als Video auf der DELUG-DVD des Linux-Magazins 08/12) Vertreter der FDP, SPD und der Grünen gegen einen Zwang zu Open-Source-Software in Deutschland ausgesprochen. Während in der Piratenpartei zahlreiche Sprecher diese Idee gut heißen, findet sie bei der CDU/CSU keine positive Resonanz.





