OOocon 2010: DTP in OpenOffice 3.2 mit Graphite nutzen
03.09.2010
Eine Neuerung in Open Office 3.2 ist der Support für das Font-System Graphite. Ursprünglich vom Summer Institute for Linguistics für mehrsprachige Texte gedacht, lassen sich damit auch zahlreiche Anliegen aus dem Bereich Desktop Publishing (DTP) lösen.
Die Crux beim Graphite-Support von Open Office 3.2 sind die Schriften. Um die Fähigkeiten des von der SIL Foundation erfundenen Smart-Font-Formats Graphite nutzen zu können, benötigt man einen Truetype-Font mit entsprechender Graphite Font Table. Davon gibt es noch relativ wenige. Einen freien Font, der auf der Schrift Linux Libertine basiert und Graphite in vollem Umfang unterstützt, hat László Németh auf der Open-Office-Konferenz in Budapest vorgestellt.
Der Magyar Linux Libertine getaufte Font unterstützt neben Ligaturen, echten Kapitälchen, Brüchen, automatischen Tausenderabständen und Formelnotationen in TeX-Schreibweise zahlreiche weiter Funktionen, die für ein professionelles Schriftbild in Open Office sorgen.

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Der im Liberation-Font geschriebene obere Text weist keine Besonderheiten auf, der untere Text im neuen Magyar Linux Libertine Font hingegen schon.
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Wer selbst mit den Möglichkeiten des Graphite-Supports spielen möchte, findet auf der Homepage von László Német die Schrift Magyar Linux Libertine zum Download. Den Typography-Toolbar gibt es als gewöhnliche Open-Office-Extension zum Download.
Es ist nicht trivial, eine Truetype-Schrift mit Graphite-Support auszustatten. Daher möchte Németh in naher Zukunft den freien Font-Editor Fontforge um die Fähigkeit erweitern, Opentype-Schriften (die diese Zusatzinfos enthalten) in Truetype-Schriften mit Graphite-Support zu exportieren. Damit ließen sich schnell die wichtigsten freien Schriften in Graphite-Schriften umwandeln. Open Office plant zwar auch, Opentype-Fonts vollständig zu unterstützen, die Arbeiten dazu sind aber noch im Gange und dürften noch eine Weile anhalten.
Wer Interesse hat, selbst Truetype-Schriften mit den nötigen Graphite-Informationen zu versehen oder bei der Erweiterung von Fontforge mitzuarbeiten, findet auf der Website von László Németh weiterführende Informationen und die Kontaktdaten des ungarischen Entwicklers. Er hat unter anderem auch den Spellchecking-Motor Hunspell entwickelt.
Übrigens: Wer nicht genau weiß, wie Fontforge funktioniert oder den Unterschied von Truetype und Opentype nicht kennt, findet in diesen frei zugänglichen Artikeln auf Linux-Magazin Online Antworten:
(Marcel Hilzinger)
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