Open Source im professionellen Einsatz

Novell startet Appliance-Programm rund um Suse Studio

28.07.2009

Novell erklärt seinen Image-Baukasten Suse Studio für produktionsreif. Zugleich richtet sich der Linux-Distributor mit einem Partnerprogramm an Softwarehersteller, die Suse Linux Enterprise als Basis für Software-Appliances einsetzen möchten.

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Suse Studio befand sich als Innovationsprojekt von Novells Cheftechniker Nat Friedman seit Anfang des Jahres im Alpha- und Beta-Betrieb (siehe Online-Artikel). Als technischer Kern steckt in dem Online-Dienst das Image-Tool Kiwi, das bereits die Distributionen Suse Linux Enterprise 11 und Opensuse 11 gebaut hat.

Als stabile Version 1.0 im Produktiveinsatz soll Suse Studio nun den Independent Software Vendors (ISVs) dazu dienen, ihre Anwendungen in virtuelle Appliances auf Suse-Enterprise-Basis zu packen und zu vertreiben. Novell bietet für ISVs dazu das Programm Appliance TPS an, wobei TPS für Technical Partner Support steht. Die Softwarehersteller erhalten zu günstigen Konditionen Level-3-Unterstützung dabei, ihre Appliance zu bauen und beim Endkunden zu warten. Der Einstiegspreis in das Partnerprogramm liegt bei rund 1500 US-Dollar pro Jahr mit fünf Service-Requests.

Im Herbst soll es auch eine On-Site-Version des Suse Studio geben, die große ISVs im eigenen Rechenzentrum betreiben können. Für das vierte Quartal 2009 ist zudem der Suse Lifecycle Management Server angekündigt. Dies Lösung schaltet den Softwarehersteller zwischen die Updates von Novell und die Appliance beim Endkunden: Auf diese Weise soll nur das beim Kunden landen, was sich mit der Software des ISV verträgt.

Mit diesen Schritten möchte Novell "zum geeignetsten Linux-Distributor" für die Hersteller von Linux-Software werden, sagte Dr. Gerald Pfeifer, Director Product Management, Opensuse/ Suse Linux Enterprise, im Gespräch mit Linux-Magazin Online. Er fügte hinzu, "Das wollen auch die Kunden: Der Betriebssystemhersteller und der Anwendungshersteller sollen möglichst eng zusammenarbeiten."

Weitere Neuigkeiten von Novell: SLES 11 steht nun in einer Version für Amazons Cloud-Computing-Service EC2 zur Verfügung. Dazu haben Novells Entwickler mit Amazon zusammengearbeitet und den Kernel des Enterprise-Linux für den eingesetzten Hypervisor optimiert. Außerdem gibt es SLES nun in der Variante "Just Enough Operating System (JeOS)" als minimale Betriebssystem-Basis, wie es als Grundstock für die Appliances in Suse Studio zum Einsatz kommt.

Für die nächsten Monate stellt der Linux-Distributor zudem die Beta-Version von WebYast in Aussicht, einer Webschnittstelle für Suses Administrationsanwendung. Auch dies steht im Zeichen der Appliances: Der Administrator verbindet sich per Browser mit der Appliance, die mangels X-Server und Display kein herkömmliches Yast verwenden kann.

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