Open Source im professionellen Einsatz

Nomachine wechselt mit NX 4.0 zu Closed-Source-Lizenz

29.12.2010

Mit der zweiten Preview Release von NX 4.0 zeigt der italienische Hersteller Nomachine die Features der kommenden Version seiner Terminalserver-Software. Mit Version 4.0 stehen erstmals alle NX-Versionen unter einer Closed-Source-Lizenz.

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Die Free NX Edition weicht in der neuen Lizenz- und Nomenklaturvergabe einer Workstation Edition. Nomachine beschreibt den Schritt hin zu Closed Source als wichtigen Meilenstein in der Firmengeschichte. Die Open-Source-Gemeinde dürfte das allerdings weniger als Meilenstein und vielmehr als Rückschritt empfinden. Unklar ist derzeit, wie das Lizenz-Modell aussehen soll. Nomachine legt der Preview-Ausgabe ein Preview License Agreement bei. In dem Agreement sichert sich Nomachine vorab selbst ab, weil die Vorversion fehlerhaft sein könne und es keinen Supportanspruch gäbe. Zudem beansprucht der Hersteller das Recht, das Feedback der Tester ohne weitere Verpflichtungen in die Software einfließen zu lassen. Die Weiterverteilung ist ausgeschlossen, das Kopieren nur für Backups erlaubt. Den Quellcode der Open-Source-Bestandteile von NX-Produkten will Nomachine auf Anfrage und gegen Versandkosten gemäß der dort eingesetzten Lizenzen herausrücken. Modifikationen und Reverse-Engineering sind per Lizenz ausgeschlossen. Davon ausgenommen sind wiederum die Open-Source-Bestandteile.

Die Höhe der Lizenzgebühren ist im Agreement nicht geregelt, es heißt dort aber, dass die Software nicht verkauft, sondern gegen Lizenzgebühr an die Nutzer lizenziert werde. Auf der Download-Seite heißt es: "Price to be defined." In einer früheren Ankündigung von NX 4.0 hat Nomachine zumindest eine kostenlose Basisversion versprochen.

Zu den markanten Neuerungen gehört, dass aus dem NX Client nun der NX Player geworden ist, der mit komplett überarbeiteter Nutzeroberfläche ausgestattet ist. Durch den neuen Web-Player sind NX-Sessions auch über alle gängigen Browser möglich, ohne dafür Software installieren zu müssen. Die NX Virtual Desktop Workstation - und damit der Ersatz der Free-Edition - bringt als Komplettpaket schon eine minimale Apache-Instanz mit, die den Einsatz des Web-Players ermöglicht. Über die NX-Toolbar lassen sich zudem Dateien aus der Remote-Sitzung auf die lokale Rechnerinstanz übertragen. Weitere Features zählt eine vorangegangene Meldung zu NX 4.0 auf.

Bei Nomachine gibt es den Download der Preview von NX 4.0 in den verschiedenen Ausführungen und für die unterstützten Plattformen Linux, Mac OS X und Windows. Anleitungen zur Installation gibt Nomachine hier .

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