Open Source im professionellen Einsatz

Nokia trennt sich vom Lizenzgeschäft mit Qt

08.03.2011

Das Mobilfunkunternehmen Nokia verkauft sein Geschäft mit kommerziellen Lizenzen für das GUI-Toolkit Qt an den Qt-Spezialisten Digia.

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Das hat Sebastian Nyström, Nokias für Meego, Qt und Webkit zuständiger Vice President, im Unternehmensblog bekanntgegeben. Der Handel mit Softwarelizenzen gehöre schlicht nicht zum Kerngeschäft von Nokia, lässt er wissen.

Seit die Qt-Bibliotheken 2009 unter LGPL gestellt wurden, gibt es ein duales Lizenzmodell, bei dem Kunden auch kommerzielle Lizenzen erwerben können, Nach Nokias Angaben greift darauf besonders die Luftfahrt- und Rüstungsindustrie zurück. Daneben sind solche Lizenzen auch im Rahmen der Produkthaftung erwünscht, beispielsweise in der Medizintechnik. Insgesamt gibt Nokia 3500 Kunden im Qt-Lizenzgeschäft an.

Das Unternehmen Digia mit Hauptsitz in Finnland gehört bereits seit längerem zu Nokias Partnernetzwerk und bietet zahlreiche Entwicklungsleistungen sowie Training rund um das Qt-Toolkit an. Die Firma bezeichnet sich sogar als "führend bei Qt-Lösungen und -Dienstleistungen". Mit dem Lizenzgeschäft übernimmt Digia auch 19 Nokia-Angestellte, die im Verkauf der Qt-Lizenzen beschäftigt waren. Digia betont in einem eigenen Blogeintrag, man wolle Qt weiterentwickeln und daneben auch ältere Plattformen mit neuen Features versorgen, was Nokia nicht auf dem Plan hatte. Die Lizenznehmer würden demnächst eigens informiert.

Nachdem der Mobilfunkkonzern Nokia in Zukunft auf Windows Mobile statt Symbian setzt, befürchten manche Open-Source-Entwickler eine Abkehr auch von Qt (wir berichteten). Nyström betont in seinem Blogeintrag dagegen, die Qt-Entwicklung werde vom möglichen Wachstum das Anwenderkreises profitieren. Allerdings erwähnt er auch, es sei für die Zukunft ein "Open Governance Model" für Qt geplant.

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