Open Source im professionellen Einsatz

Microsoft leidet unter Open Source und Gesetzgebern

31.07.2009

Im jüngsten Quartalsbereicht musste Microsoft rund 30 Prozent Umsatzeinbruch melden. Im Bericht an die Finanzbehörde listet der Konzern die Risikofaktoren und stärksten Wettbewerber. Linux- und Open-Source-Unternehmen sind darunter, aber auch die eigenen Partner HP und Intel.

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Nervös stellt Microsoft fest, dass Apple in den USA Marktanteile gewinnt, auch Linux macht dem Unternehmen zunehmend Sorgen. In dem Bericht heißt es: „Das Linux Betriebssystem, (...) das ohne Bezahlung unter einer General Public License verfügbar ist, hat an Akzeptanz gewonnen, besonders in aufstrebenden Märkten.“ Verantwortlich sei der gestiegene Kostendruck sowie neue preiswerte PCs, die die Hardware-Hersteller mit anderen Betriebssystemen ausliefern. Namentlich genannt sind Red Hat und Canonical als Wettbewerber, und auch kleine Open-Source-Unternehmen sowie Community-Projekte werden als Gefahr für das Geschäftsmodell „Geld gegen Softwarelizenz“ gewertet. Hinzu kommen bedrohliche Aktivitäten seiner Alliierten: „Partner wie Hewlett-Packard und Intel haben aktiv an alternativen, Linux-basierten Betriebssystemen gearbeitet“, schreibt Microsoft. .

Beim Trend zu Mobilgeräten sieht sich das Unternehmen gleichfalls in Verteidigungsstellung: Statt herkömmlicher PCs könnten die Verbraucher stärker zu Mobilgeräten greifen. Am Marktanteil des Internet Explorer kratzen laut Bericht die Browser von Apple, Mozilla und Opera, und insbesondere Google: „OEMs haben daran gearbeitet, das mobile Betriebssystem Google Android kompatibel mit kleinen PCs oder Netbooks zu machen.“

Ausführliche Erklärungen zum Thema Urheberrecht und Open Source relativeren die Absichtserklärungen des Softwaregiganten hinsichtlich Offenheit. Ein Absatz ließe sich mit wenig Phantasie als neuerliche Patentdrohung interpretieren. Mit Bezug auf kommerzielle Open-Source-Unternehmen heißt es in dem Bericht: „Diese Firmen tragen nicht die vollen Kosten der Forschung und Entwicklung der Software. Einige dieser Firmen könnten auf Microsoft-Ideen beruhen, die wir ihnen in Zusammenhang mit unseren Interoperabilitäts-Initiativen kostenlos oder zu niedrigen Gebühren zur Verfügung stellen.“

Für den ersten Gewinneinbruch der Unternehmensgeschichte nennt Microsoft weitere Verantwortliche, darunter Softwarepiraten, die Europäische Kommission, US-amerikanische Wettbewerbsbehörden und die Gesetzgeber allgemein.

Ein Satz dürfte Softwarepatent-Gegener wie die Free Software Foundation in ihrer Alarmbereitschaft bestätigen: Microsoft bemängelt: „Auch das Fehlen von harmonisierten Patentgesetzen macht es schwieriger, durchgehend Respekt vor Patentschutz sicherzustellen.“ In regelmäßigen Abständen warnt die FSFE davor, dass unter dem Deckmantel der Harmonisierung Softwarepatente auch in Europa Einzug halten könnten.

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