Da in der zugehörigen Kernel-Config-Datei immer noch ein Hinweis steht, dass Btrfs noch als EXPERIMENTAL gilt, stellte Ameya Palande von Nokia gestern auf der MeeGo-Mailingliste die Frage, warum man sich für Btrfs entschieden hatte. Die Antwort kam postwendend vom Intel-Entwickler Arjan van de Ven. Demnach sprechen unter anderem folgende Gründe für das von Chris Mason und anderen entwickelte Dateisystem:

  • Btrfs gilt als das Dateisystem der Zukunft. Weshalb also dem Umweg über Ext4 gehen?
  • Btrfs legt einen Schwerpunkt auf Datenintegrität. Die meiste aktuellen Journaling Dateisysteme kümmern sich in der Regel mehr um die Integrität der Metadaten.
  • Btrfs arbeitet dank on-disk-compression auf sehr langsamen Speichermedien schneller
  • Btrfs eignet sich durch Copy on Write und die Snapshot-Funktion geradezu ideal, um ein Gerät wieder in den Fabrik-Zustand zurückzusetzen.

Vor allem der letzte Punkt dürfte den Ausschlag für Btrfs gegeben haben. Allerdings stellt sich damit für die MeeGo-Entwicklung ein neues Problem: Btrfs eignet sich zwar ausgezeichnet für konventionelle Festplatten und Solid State Drives, durch die Copy-on-Write-Funktion ist es aber für echten Flash-Speicher nicht empfehlenswert. Zudem nimmt die CoW-Funktion bei kleinen Speichern, wie sie zum Beispiel in Handys vorkommen, überdurchschnittlich viel Platz in Anspruch (einige Tester sprechen von 200-300 MByte auf einer 1 GByte SD-Karte). Für die MeeGo-Variante auf Handys eignet sich das Dateisystem somit nur bedingt.

N900-Entwicklung geöffnet

Ebenfalls gestern kündigte der Nokia-Entwickler Harri Hakulinen an, dass man die Entwicklung von MeeGo für das N900 gegenüber der Community geöffnet habe. So gebe es ein spezielles Wiki und einen IRC-Channel für Interessierte, zudem pflege man den Code in einem öffentlichen Git-Repo bei Gitorius.