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Linuxconf Europe: Freie Software in der britischen Verwaltung

Die europäische Linux-Konferenz in Cambridge hat sich am Dienstag vor allem mit dem Einsatz freier Software im öffentlichen Sektor beschäftigt.

Unter den wichtigsten Referenten war Francis Irving von Mysociety, einem Projekt des gemeinnützigen Vereins UK Citizens Online Democracy. Mysociety möchte praktisch unter Beweis stellen, wie sich Internet-Technologie für gesellschaftliche Belange nutzen lässt.

Das erfolgreichste Projekt der Initatiative ist die Platform für elektronische Petitionen auf der Homepage des britischen Premierministers und seines Kabinetts. Dort können Bürger Petitionen einreichen und online dafür Unterschriften sammeln. Mysociety hat die Webanwendung im Auftrag der Regierung erstellt.

Die Adresse für E-Petitionen hat sich bewährt: Minister nehmen offiziell Stellung zu den eingereichten Anliegen, selbst das Büro des Premierministers reagierte. Francis war für die technische Entwicklung zuständig, Mysociety setzt dabei auf Open-Source-Komponenten. Ihre Beliebtheit wurde der Website bereits einmal zum Verhängnis: Anlässlich eines Begehrens gegen die Fahrzeug-Maut auf Großbritanniens Straßen gingen 150 Unterschriften pro Sekunde ein - der Server, ausgelegt für 50 Einträge in der Sekunde, brach zusammen.

Ein weiterer Vortrag kam von Mark Taylor, dem Vorsitzenden des Open Source Consortium, einem Verband britischer Open-Source-Firmen. Er gab einen Überlick über den Einsatz freier Software in der öffentlichen Verwaltung Großbritanniens. Sein Resüme: Die Insel liegt hier weit hinter dem Rest Europas. Die Gründe dafür sieht er weniger in technischen Schwierigkeiten als vielmehr in der Einstellung der Beteiligten. Die E-Petionen hätten aber bereits viel für die Popularität von Open Source getan.

(Paul Adams)
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