Linux-Verband kritisiert Patent-Aussagen Microsofts

Der Linux-Verband e.V. (LIVE), Branchenverband der im Umfeld von freier Software und Linux aktiven Firmen, ist besorgt angesichts der gestrigen Aussagen Microsofts und warnt vor der Einführung von Software-Patenten in Deutschland.

“Microsoft redet mittlerweile regelmäßig von den angeblichen Patentverletzungen, bleibt dabei aber jeden Nachweis schuldig,” schreibt Elmar Geese, 1. Vorsitzender des Verbandes in seiner Reaktion auf die jüngst veröffentlichten Aussagen des Microsoft-CEOs Steve Ballmer. Der Linux-Verband sehe in den Aussagen nur einen neuerlichen Versuch abwandernde Kunden vom Wechsel auf freie Software abzuhalten. Zudem hätten sich große Unternehmen wie IBM oder Red Hat durch eigene Patentportfolios gegen solche Angriffe abgesichert. Die unterschwellige Drohung von Microsoft, die Patente auch gegenüber Endkunden geltend zu machen liefe so ins Leere.

Der Verband nutzt die Gelegenheit, um auch auf die Gefahr aufmerksam zu machen, die von der Einführung von Software-Patenten in Europa ausgehe. Er sieht die Patente mit Sorge, da seiner Meinung nach nicht nur Open-Source-Unternehmen und -Projekte gefährdet wären, sondern die gesamte mittelständische Softwareentwicklung in Europa, gleich ob offen oder proprietär: “Wenn in der EU trotz der schlechten Erfahrungen mit dem US-Patentsystem die Fehler hier wiederholt werden, obwohl der Schaden für die europäische Industrie bekannt ist, muss man sich nicht Fragen, wer da im Hintergrund die Fäden zieht,” fährt Geese in seiner Kritik fort. Wenn die EU-Politik an Glaubwürdigkeit gewinnen wolle, müsse sie sich auch so verhalten, dass sie den Unternehmen und Bürgern in der EU nützt, und nicht amerikanischen Softwaremonopolisten.

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