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Jaguar überholt Roadrunner bei den Top 500 (Galerie)

Der Petaflop-Pionier "Roadrunner" sieht sich von den 225.000 Prozessorkernen des "Jaguars (XT5)" auf den zweiten Platz verwiesen. Europas Größter hingegen, Bluegene/P, rutscht auf die Ränge.

Der derzeitige Weltmeister der Superrechner legt nach seinem Ende Oktober vollzogenen Prozessor-Upgrade von Vierkern- auf Sechskern-CPUs bis zu 2,3 Petaflops aufs Parkett und übertrumpft den nunmehrigen Vizeweltmeister Roadrunner damit um etwa 100 Prozent.

Der Jaguar ist ein Cray-XT5-System mit 37.376 Sechskern-Opterons, fast 300 TByte RAM und 10.000 TByte Festspeicher. Die Wissenschaftler am National Center for Computational Sciences (NCCS) benutzen ihn am Standort Oak Ridge National Laboratory (ORNL) für Simulationen und Berechnungen aus den Forschungsfeldern Klima und Umwelt, Chemie, Materialwissenschaften, Kernenergie, Astrophysik oder Teilchenphysik (siehe Galerie). Auf allen Rechnerknoten des Jaguar läuft ein Suse Linux, dessen Kernel sein Hersteller Cray um unnötige Services verschlankt hat, um Unterbrechungen der darauf laufenden wissenschaftlichen Anwendungen zu vermeiden.

Das National Institute for Computational Sciences (NICS) an der Universität Tennessee, Partner von NCCS, beherbergt den drittplazierten "Kraken" mit 830 Teraflops/s, knapp 100.000 Prozessorkernen und 130 TByte RAM. Diese Maschine stammt ebenfalls aus dem Hause Cray und ist ebenfalls ein XT5-Modell. Bluegene/P aus dem Forschungszentrum Jülich hingegen musste sich dieses Mal mit dem vierten Platz begnügen: 825 Teraflops bedeuten einen Abstieg von der dritten Stufe des Siegertreppchens, die das nordrhein-westfälische Forschungszentrum noch im Juni bekleidet hatte.

Fast 90 Prozent (446 Stück) der Top-500-Systeme laufen mit einem Linux, darunter Suse, Red Hat oder auch CentOS. An zweiter Stelle folgt Unix mit fünf Prozent (25 Stück), dann Windows mit einem Prozent (5 Stück). Obwohl die Forschung über die schnellsten Superrechner verfügt, hält sie zusammen mit dem akademischen Bereich nur rund 35 Prozent der weltweit eingesetzten Riesen mit mehr als 20 Teraflops/s: Am meisten setzen industrielle Investoren auf High Computing, denn sie decken knapp 63 Prozent aller Superrechner ab. Gut 55 Prozent sind übrigens in den USA im Einsatz, erst weit an zweiter Stelle folgt England mit knapp 10 Prozent, gefolgt von Deutschland mit 5,4 Prozent. Bei den Herstellern hat HP vor IBM die Führung inne, obwohl IBM nach wie vor die leistungsstärksten Rechner auf der ganzen Welt zusammenbaut.

(Anika Kehrer)
Galerie (8 Bilder)
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