Auf der Gnome-Konferenz Guadec hat John Palmieri eine Lanze für Javascript in der Anwendungsentwicklung gebrochen.
Damit schlug der Referent in die gleiche Kerbe wie Gnome-Beirat Luis Villa, der zu Beginn der Veranstaltung ein Zusammenwachsen der Desktopumgebung mit dem Web forderte. Zusammen mit HTML sei Javascript die Sprache des Web, und habe dort großen Erfolg, betonte der Red-Hat-Angestellte Palmieri. Zudem lasse sich in der Skriptsprache leicht entwickeln, weil das Kompilieren für den Programmierer entfällt. Daneben sorge in den letzten Jahren der Wettbewerb zwischen den unterschiedlichen Javascript-Engines wie Spidermonkey, V8 und Actionscript für ständige Verbesserung der Performance. Gleichzeitig gebe es mit ECMAScript einen freien und anbieterübergreifenden Standard für die Sprache.
John Palmieri lobt im vollen Guadec-Hörsaal die Qualitäten von Javascript.
Das Gnome-Projekt hat im Jahr 2008 eine eigene Javascript-Engine namens Gjs veröffentlicht, die auf Spidermonkey basiert. So lasse sich mit Gtk in Javascript-Syntax programmieren, sagte der Referent und zeigte als Beleg einige Stücke Quellcode sowie die interaktive Javascript-Konsole Looking Glass. Die Gnome-Shell beispielsweise bestehe aus GObject-Elementen, die mit ein wenig Javascript-Kleber zusammengehalten werden, erläuterte er.
Javascript biete interessante Zunkunftsperspektiven für Gnome, unterstrich John Palmieri. Man könne beispielsweise fast den gleichen Code auf dem Desktop und in der Web-Version einer Anwendung laufen lassen. Umsetzungen wie das Betriebssystem Web OS von Palm verwischten in Entwicklung und Benutzung die Grenzen zwischen Desktop, Mobilgeräten und Web. Der Hersteller bietet registrierten Entwicklern auch eine Online-Entwicklungsumgebung an, die im Browser läuft. Verbesserungsbedarf sahen die Entwickler im Publikum allerdings noch bei den verfügbaren Debuggern für die Programmiersprache.
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JavaScript ist als Programmiersprache eine Katastrophe und ich sehe auch keinen tieferen Sinn darin, Programme in einem Browserfenster laufen zu haben, damit man sich um eine Firewall keine Gedanken machen muss.
Ein Webbrowser ist ein Textanzeigeprogramm, muss aber heute ein halbes Betriebssystem mit Grafikeffekten uvm. mitliefern, damit man Programme in hakeligen Oberflächen laufen lassen kann, die dafür einen Dual-Core mit 2 GHz brauchen.
Vergleichbares hatten wir auch mit 10MHz nativ.
Vielleicht besinnen wir uns mal wieder darauf, was man mit Computern machen könnte, wenn man die Rechenleistung nicht in JS-Engines verbrät, um sich dynamisch veränderende HTML-DOMs zu interpretieren.
von blumenwiese,
29.07.2010 13:40
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Spannend, die Guadec-Talks. GTK+ Anwendungen mit JavaScript entwickeln? Warum nicht! Ich persönlich bevorzuge aber Vala, auch wenn man da kompilieren muss.
Sascha Atrops,
30.07.2010 12:11
Ein Webbrowser ist ein Textanzeigeprogramm, muss aber heute ein halbes Betriebssystem mit Grafikeffekten uvm. mitliefern, damit man Programme in hakeligen Oberflächen laufen lassen kann, die dafür einen Dual-Core mit 2 GHz brauchen.
Vergleichbares hatten wir auch mit 10MHz nativ.
Vielleicht besinnen wir uns mal wieder darauf, was man mit Computern machen könnte, wenn man die Rechenleistung nicht in JS-Engines verbrät, um sich dynamisch veränderende HTML-DOMs zu interpretieren.
blumenwiese,
29.07.2010 13:40