Open Source im professionellen Einsatz

Freie Web-Schriften für (fast) alle

21.05.2010

Das Suchmaschinenunternehmen Google hat eine Reihe quelloffene Schriften für Webseiten zur Verfügung gestellt. Die neuen Webfonts brauchen allerdings aktuelle Browser-Versionen. Dazu kommt eine Webfonts-Ladehilfe für alle nicht-Feuerfüchse.

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Auf der Webseite Code.google.com/webfonts stehen die Schriften zur Ansicht bereit. In deren Genuss kommen nur Anwender zeitgemäßer Browser, was mit dem Font-Face-Tag aus CSS3 zusammenhängt: Er wird von alten Browsern (etwa Firefox 3.0) noch nicht unterstützt. Zusammen mit den Schriften erklärt Google in einem "Google Font API", wie man sie einbindet: Ein Link, den sich der Anwender in sein HTML-Dokument einfügt, veranlasst den Browser zum Anzeigen der Schriften von Googles Servern.

Schriften wie "Tangerine" können Webentwickler unkompliziert in ihre Webseiten einbinden. Gelagert sind die Webfonts auf Googles Servern, es gibt sie aber auch zum Download.

Gleichzeitig gibt Google das Ergebnis der Zusammenarbeit mit dem Schriften-Unternehmen Typekit bekannt. Ein spezieller Webfont-Loader soll Browsern das einheitliche Vorgehen beibringen, beim Laden einer Webseite zunächst eine Fallback-Schrift anzuzeigen, in Ruhe die von der Site anvisierte schicke Webschrift herunterzuladen, und diese erst anschließend im Browser darzustellen. Dies sei das Default-Verhalten von Firefox, und mithilfe des Webfont-Loaders sollen das auch andere Browser können. Der Loader ist eine Sammlung von Javascript-Anweisungen und richtet sich an Webentwickler. Eine Unterseite von der Google Font API in den Google Labs erklärt, wie es geht.

Pech gehabt: Ein Firefox 3.0.19 kann die Webfonts-Seite nicht anzeigen, auch der Opera-Browser 9.64 und der Konqueror 3.5 nicht.

Die Schriften des Font Direcories sind laut Google von unterschiedlichen Leuten erstellt worden, darunter auch Schriften-Designer, und stehen quelloffen für jegliche Verwendung zur Verfügung. Der Quelltext ist auf einer separat auf Googles Forge-Seiten erhältlich.

Nichts deutet darauf hin, dass Google mit seinem Schriften-Vorstoß sich dem Bemühen von Mozilla anschließt, ein einheitliches Containerformat für Web-Schriften zu erstellen, wie es schon in die Firefox-Version 3.6 Einzug gehalten hat.

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