Mit drei Monaten Verspätung hat der amerikanische Distributor Linspire die Version 2.0 seiner freien Linux-Variante Freespire zum Download freigegeben.
Freespire ist für den Einsatz auf Desktops und Laptops konzipiert und nimmt für sich in Anspruch, einsteigerfreundlich zu sein. Die neue Version ist die erste, die vollständig auf der Linux-Variante Ubuntu (7.04) basiert. Neben aktualisierten Programmpaketen nennt der Hersteller als herausragendes Merkmal die Einbindung proprietärer Software in die Distribution. Freespire bringt Unterstützung für das Abspielen der Formate MP3, Windows-Media, Quicktime, Java, Flash und Realplayer-Dateien mit. Treiber für Grafikkarten von ATI und Nividia gehören ebenfalls zu den proprietären Beigaben. Über das unternehmenseigene Software-Kaufhaus CNR (“Click and Run”) lassen sich weitere proprietären Programme hinzukaufen und installieren. DVD-Player, Suns Staroffice oder Wine-basierte Helfer zum Abspielen von Windows-Programmen wie Cedega oder Crossover zählen dazu.
“Freespire 2.0 fängt dort an, wo Ubuntu aufhört”, so der neue Präsident und CEO von Linspire, Lary Kettler. “Wir fügen proprietäre Software, Treiber und Code hinzu, und macht es so zu einer umfassenderen Lösung für den breiten Einsatz auf dem Desktop.” Damit vertritt er die gleiche Linie wie der kürzlich von seinem Amt zurückgetretene Linspire-Chef Kevin Carmony. Dieser hatte in einem offenen Brief heftige Kritik an der GPL v3 an den darin enthaltenen Restriktionen für den Einsatz proprietärer Produkte unter der freien Softwarelizenz geübt.
Grundlage für die enge Einbindung von Ubuntu ist eine Vereinbarung zur technologischen Zusammenarbeit, die Canonical und Linspire Anfang Februar getroffen hatten. Nach dem ursprünglichen Fahrplan soll das kommerzielle Linspire 2.0 vier Wochen nach der freien Variante veröffentlicht werden. Freespire 2.0 kann von der Webseite des Unternehmens heruntergeladen werden.



