Fosdem 2010: Limo-Foundation wirbt um Community
06.02.2010
Andrew Savory, der seit Ende 2008 als Open-Source-Manager der Linux Mobile (Limo) Foundation im Amt ist, hat auf der Fosdem in Brüssel für Unterstützung durch die Community geworben: Case Studies, Roadmaps und klare Lizenzansagen machten der Limo-Plattform das Leben einfacher.
Die Limo-Plattform sieht sich vor eine Reihe von Herausforderungen gestellt, referierte Andrew Savory: Viele große Firmen sähen noch nicht, wie Open-Source-Software funktionieren soll. Weiter bestehe die Limo-Plattform aus einer großen Anzahl Linux-Paketen, liege aber nicht als kompakte Downloaddatei vor. Savory erzählt Linux-Magazin Online von Ende 2008, als er den Job als Open-Source-Manager antrat: "Ich warf einen Blick auf die Organisation des Sourcecodes und sagte: So geht das nicht."
Im Sourcecode herrschte Chaos, und die ersten sechs bis zwölf Monate habe er sich mit Aufräum- und Strukturierungsarbeiten rund um die Limo-Plattform und ihrer Schöpfer beschäftigt, so Savoy. Inzwischen ist die Sache so weit fortgeschritten, dass er rund um die Welt Kontakte mit der Comunity knüpft. Er wirbt darum, dass sie Case Studies beisteuere, damit sich große Firmen etwas unter OSS-Handyplattformen vorstellen können. Sie solle außerdem der Foundation indirekt die Arbeit erleichtern, indem sie für ihre Software die jeweilige Lizenz klar deklariert. Prima wäre auch, wenn Projekte sich in einer Roadmap über ihre Entwicklungsrichtung äußerten oder Release-Histories erstellten. "Zu den verrückten Beschäftigungen, die ich lieber nicht tun würde, gehört, lauter kleine Programme zu öffen und ihre Lizenz zu identifizieren", klagte der Londoner in seinem Vortrag.
Im Gespräch mit Linux-Magazin Online fasst er sich aber auch an die eigene Nase. Er gibt zu, dass die Foundation interessierten Entwicklern ohne kostenpflichtige Mitgliedschaft eigentlich nichts zu bieten hat. Teile des Sourcecodes der Limo-Plattform, die eine weitestgehend plattformunabhängige Middleware zwischen Linux und der Anwendungsschicht darstellt, sind noch nicht einmal quelloffen, etwa im GPS-Bereich. Warum überhaupt sollte sich jemand also interessieren? "Weil", hat Savory die Antwort parat, "man es bei uns nicht mit Google zu tun hat." Bei der Limo Foundation stehen alle zu gleichen Teilen hinter der Plattform, erläutert er, und sie lebe von Diversität und offener Führung. Kein "Driver" stehe dahinter. Das erklärt dann wohl auch ihr eher unbekanntes Vorwärtskommen. Noch im Jahr 2010 sollen SDKs für Apps auf Limo-Plattformen herauskommen, sagte Savory noch - das ist sehr viel später als bei der Konkurrenz.
Savory betont auch, dass die Foundation der Community etwas zurückgeben möchte. Rund 100 MByte an geänderten Linux-Paketen liegen auf den Servern herum, für die es keine geeignete Form der Re-Distribution gäbe. Die Community kann sich also die Limo-Änderungen nicht ansehen und davon profitieren.
Die Verbindung zur Community steht bei der Limo Foundation erst an ihrem Anfang, die sich bisher auf die technischen Aspekte der Plattform konzentriert hat. Das Limo-Linux richtet sich außerdem eher an Unternehmen, anstatt - wie bei Android und Maemo - direkt den Konsumenten zu bezaubern. Daher hört man auch eher wenig von Limo-Handys, im Vergleich zu Android & Co: Die Anwender wissen oft gar nichts von ihrem Linux.
(Anika Kehrer)
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