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Firefox und Codecs: "Mozillas Gesicht" setzt auf Willen der Community

Mitchell Baker hat auf dem von Mozilla und Open Office in München veranstalteten Open-Source-Treffen den offenen Kurs des Browsers Firefox hinsichtlich Video-Codecs bekräftigt, wünscht sich jedoch Nutzer-Feedback.

Sie sei kein "Purist", was die Trennung freier und geschlossener Software angehe, sagte die Mozilla-Mitgründerin Mitchell Baker gestern in München. Sie gab jedoch zu bedenken, dass es von strategischer Bedeutung sei, beispielsweise patentbehaftete Video-Codecs zuzulassen: "Wenn du sie einsetzt, verschwinden sie nicht."

Bislang ist der Firefox-Browser frei etwa von der proprietären und kostenpflichtigen H.264-Lösung, die Youtube kürzlich ausgerollt hat und sich bewusst war, dass die Benutzung damit auf die Browser Chrome, Safari und Chrome-Frame im Internet Explorer beschränkt wird. Der langjährige Mozilla-Entwickler und Ex-IBM-Forscher Robert O'Callahan hat daraufhin in seinem Blog eine kleine, spontane FAQ aufgesetzt, warum Firefox den Codec nicht unterstützt.


			Mitchell Baker, die die Mozilla-Stiftung mitgründete, stellt für Firefox' Zukunft die Community in den Vordergrund.

Mitchell Baker, die die Mozilla-Stiftung mitgründete, stellt für Firefox' Zukunft die Community in den Vordergrund.

Als ein Besucher des Open-Source-Treffens an Baker die Frage richtete, ob Firefox den HD-Codec in Zukunft unterstützen werde, antwortete sie erst mit trotzigem Kopfschütteln, zuckte dann aber die Schultern. Offensichtlich verletzt das die Prinzipien freier Software, sagte sie, ganz abgesehen von den Millionen Dollar Lizenzgebühren. Sie würde jedoch vielmehr interessieren, was sie - die Anwender - darüber dächten.

Denn Baker äußerte sich auf dem Open-Source-Treffen über die Struktur der Mozilla-Community und die Ausrichtung des Projekts. So gab sie ein klares Statement für die Konsumenten-Orientierung ab, also die Anwender. Das geht so weit, dass sie am Rande des Open-Source-Treffens die Frage, ob die Mozilla Corporation irgendeine Form kommerziellen Supports für Unternehmen anbiete, bedauernd, aber entschieden verneinte. Die Anwender- und Entwickler-Community entscheide letztendlich, was der Browser unterstützt und was nicht: "Wir wollen die Sympathie und Unterstützung der Community nicht verlieren - das wäre fatal für Mozilla", begründet sie diese Orientierung.

(Anika Kehrer)
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Kommentare (3)
von
Murph9,
29.01.2010 15:54
Re: Und wohin mit dem Feedback?
von
Smuffi,
29.01.2010 15:50
Und wohin mit dem Feedback?
Würde ja gerne mein Feedback abgeben aber wo?

Bin übrigens gegen propritäre-standards. Da kann ich gleich bei Flash bleiben.
von
Andreas Kahnt,
29.01.2010 12:09
Bravo, Frau Baker
Ihre Einstellung finde ich prima und wünsche mir Unterstützung aus der Gemeinschaft. Meine haben Sie!