Die FSFE sammelt bis zum 17. Oktober 2010 Belege für Regierungswebseiten, auf denen einseitig auf proprietäre PDF-Reader hingewiesen wird - sprich, den Adobe Reader. Mit Hilfe der EU-Bürger will sie Sturm laufen gegen "Werbung für proprietäre Software zur Darstellung von PDF-Dokumenten". Es gäbe freie Reader, argumentiert die Organisation, die zum Beispiel die FSFE in dem eigenen Projekt Pdfreaders.org zusammenträgt. "Jedes Mal, wenn eine staatliche Webseite auf unfreie Software verlinkt und Besucher dazu anhält, diese zu benutzen, werden die Bürger unnötigerweise dazu ermuntert, ihre Freiheit wegzuwerfen", findet FSFE-Präsident Karsten Gerloff. Zu der Frage, wie Anwender ohne weiteren Hintergrund in der Lage sein sollen, verschiedene freie Programme zu beurteilen, äußert sich die FSFE allerdings nicht.

Ist es in Ordnung, allein den Adobe Reader zu nennen? Die FSFE findet: Nein.

Ist es in Ordnung, allein den Adobe Reader zu nennen? Die FSFE findet: Nein.

Das 2009 ins Leben gerufene Sammelprojekt Pdfreaders.org sei die "Antwort auf die Angewohnheit öffentlicher Organe, für ein bestimmtes unfreies Produkt auf ihren Webseiten zu werben", heißt es als Hintergrundinfo in dem Aufruf. Wer sich an der Adobe-Reader-Belegsammlung beteiligen möchte, findet auf der Kampagnenseite ein kleines Webformular, in das etwa der Name der Institution, der betroffene Staat und eine URL einzutragen sind. Gleichzeitig gibt es eine Petition "gegen die Werbung für unfreie Software auf den Webseiten der Regierungen", die man gegen eine Mail an "pdfreaders[at]lists[dot]fsfe[dot]org" unterzeichnen kann.