Debian holt Upstart ins Boot
Das derzeitige Debian-Bootsystem Sysvinit soll wegen Unzuverlässigkeit schrittweise durch Upstart ersetzt werden, melden die Bootsystem-Maintainer auf der Entwickler-Announce-Mailingliste.
Die Debianer wollen erstmalig für Debian 6.0 alias Squeeze einen Ersatz für "/sbin/init" implementieren, der mit Kernel-Events umgehen kann. Denn der Kernel arbeite immer mehr mit Events, während das Debian-Bootsystem Sysvinit nach wie vor sequenziell vorgeht, erklärt das Debianer Boot-Team die Entscheidung. Das bringt vor allem das Problem hervor, dass das Debian-Bootsystem mit der Zeit unzuverlässig wurde. Als Beispiele nennen sie die Tools Fsck und Mount, die Gerätedateien in "/dev" nicht finden, oder das Network File System, das seinen Dienst nicht antreten kann, weil die Netzwerkschnittstellen noch nicht initialisiert sind.
Die Debian-Entwickler haben sich wie Fedora und Ubuntu für Upstart entschieden, ein Ersatz- und Erweiterungsprojekt für den Init-Prozess, das zuletzt auf der Fosdem 2009 über seinen Status Quo berichtet hat. Geplant ist, dass Upstart Debians Inittab nutzt, um den Wechsel zu vereinfachen. Außerdem sollen die Upstart-Jobs als Init.d-Skripte verarbeitet werden können, falls ein System mit Upstart nicht umgehen kann. Das Projekt will sich im übrigen an den Vorgaben der Linux Standard Base (LSB) orientieren, die vorschreiben, dass Pakete mit Init.d-Skripten stets funktionieren. Daher soll Debians Boot-System in Zukunft zu Beginn des Bootens Event-basiert arbeiten, später aber dennoch Init-Skripte nutzen.
Der Umbau soll schrittweise vor sich gehen und erstmals in Squeeze Ergebnisse zeitigen. Zuerst ist die frühe Bootphase dran, damit, wie Bootsystem-Maintainer Petter Reinholdtsen schreibt, "das andere Boot-Zeug weiter funktioniert".





