Open Source im professionellen Einsatz

Debian-Snapshots: Neues Paketarchiv bei Debian

12.04.2010

Das Debian-Projekt hat einen neuen Service als Repository für alte Paketversionen eingerichtet.

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Mit dem neuen Archiv Snapshot.debian.org sehen und installieren Administratoren, Entwickler und fortgeschrittene Anwender Pakete und deren Quellen jeder Debian-Distributionsversion von jedem gewünschten Zeitpunkt. Das Snapshot-Archiv ist nach Datum und Versionsnummern gegliedert. Den Nutzern für Anwender sieht das Projekt darin, bei schlechter werdenden Paketen auf alte Versionen zurückzugreifen, oder die für manche Programme benötigten alten Paketumgebungen bereitzustellen. Administratoren schlägt das Projekt vor, mittels des Archivs Upgrade-Pfade auf Staging-Systemen zu testen und das Verfahren danach sicher auf Produktiv-Maschinen umzusetzen, und empfiehlt das Archiv für Umgebungen mit strenger Versionsfreigabe.

Das Snapshot-Archiv sei "eine Art Zeitmaschine für Debian-Archive" erläutert Alexander Reichle-Schmehl vom Debian-Presseteam gegenüber der Redaktion: "Man kann auf den Paket-Stand des Archivs 'zurückspulen'. Andere können damit zum Beispiel exakt den Paket-Zustand herstellen, den sie sich haben zertifizieren lassen. Sehr praktisch", findet der Debianer. Auch das Projekt selbst macht davon Gebrauch, indem es zum Beispiel prüft, wann ein bestimmtest Problem eingeführt wurde.

Das Snapshot-Archiv enthält alle Debian-Pakete und ihre Quellen bis Mai 2005 unter anderem von Debian-Main und Debian-Security, bis auf einige Pakete, die das Projekt wegen Lizenzproblemen mittlerweile aus den Repositories entfernt hat. Es lässt sich wie ein normales Apt-Repository einbinden.

Für das Hosting der Snapshots hat das Projekt das Elektrotechnik- und Informatik-Institut der Universität von British Columbia im kanadischen Vancouver sowie das englische Sanger-Institut gewonnen, das über Genetik forscht. Apropos gewinnen: Offenbar dachte sich auch das auf Malta eingetragenes Online-Glückspielunternehmen Nordicbet, dass ein wenig Debian-Sponsoring nicht schade, denn es steuerte nach Auskunft des Projekts Hardware bei.

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