Open Source im professionellen Einsatz

Cebit 2011: Debian räumt ab bei Linux New Media Awards

03.03.2011

Im Open Source Forum der Cebit haben prominente Laudatoren die Linux New Media Awards 2011 in sieben Kategorien verliehen. Dabei erhielt das Debian-Projekt gleich zwei Trophäen.

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Sichtlich gerührt nahm das deutsche Debian-Projektmitglied Alexander Reichle-Schmehl zum Abschluss der Verleihung den Preis für "Outstanding Contribution to Open Source / Linux / Free Software" entgegen. Der Laudator Karsten Gerloff von der Free Software Foundation Europe (FSFE) hatte Debian zuvor für sein eindeutiges Bekenntnis zu Freie Software gelobt. Die Distribution installiert in der jüngsten Version Squeeze standardmäßig einen Linux-Kernel ganz ohne proprietäre Firmware.

Karsten Gerloff (links) von der FSFE überreicht die Auszeichnung für Debian an den sichtlich gerührten Alexander Reichle-Schmehl (rechts).

Bereits vorher war das Community-Linux als beste Server-Distribution ausgezeichnet worden. Die Laudatio hielt Peter Ganten vom Bremer Softwarehaus Univention, dessen Corporate-Server-Produkt Debian als Basis nutzt. "Debian hat einige Arbeitsweisen in der Open-Source-Community als Pionier etabliert", hob Ganten hervor.

Erstmals ließ die veranstaltende Linux New Media AG nicht nur die mehr als 200 internationalen Fachjuroren aus der Open-Source-Branche abstimmen: Per Webformular wählten dieses Jahr die Leser von Zeitschriften wie Linux-Magazin, Linux Pro Magazine, Ubuntu User, LinuxUser und Easylinux ihre liebste Distribution: Mit Ubuntu und seinen Derivaten sprachen sie sich dabei für ein Betriebssystem aus, das ebenfalls auf Debian beruht. Henning Eggers vom Hersteller Canonical betonte, Ubuntu stehe "auf den Schultern von Giganten wie Linux, Debian, Gnome und vielen weiteren".

Tablets mit Linux waren schon im Vorfeld der Cebit 2011 ein heißes Thema, und so verwundert es nicht, dass die Juroren ein Gerät aus dieser Klasse mit dem Titel "Hottest Linux Device" schmückten: Den Preis für das Samsung Galaxy Tablet nahmen zwei Promotion-Damen stellvertretend für die erkrankte Repräsentantin des Herstellers entgegen.

Die beste Applikation für Mobilgeräte ist der Linux New Media ebenfalls einen Award wert: Der deutsche Mozilla-Entwickler Carsten Book bekam den Preis für Firefox for Mobile (Codename Fennec) überreicht. In seiner Laudatio bemerkte Linux-Magazin-Chef Jan Kleinert, mit Android sei Linux von Anfang an bei den Smartphones dabei, und auch Open-Source-Software lasse sich aus den App Stores installieren.

Der legendäre Mainframe-Linuxer Karl-Heinz Strassemeyer von IBM übergab den Award in der Kategorie "Best Open Source Solution for Cloud Computing and Virtualization". Die Auszeichnung ging an KVM, die virtuelle Maschine des Linux-Kernels. Stellvertretend für Kernelentwickler wie Avi Kivity und Marcelo Tosatti empfingen Kevin Wolf und Markus Armbruster von Red Hats KVM-Abteilung den Preis.

Als innovativstes Open-Source-Projekt wurde das Dateisystem Btrfs ausgezeichnet. Jon 'maddog' Hall von Linux International erzählte in seiner Laudatio, vor rund 40 Jahren habe er die erste Festplatte benutzt. "Dateisysteme gab es damals noch nicht, aber was Btrfs kann, ist großartig". Für den Hauptentwickler Chris Mason nahm ein Vertreter seines Arbeitgebers Oracle die Auszeichnung entgegen, nicht ohne die übergreifende Zusammenarbeit mit Novell, Red Hat, Intel und anderen zu würdigen.

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