In der Cebit-Halle 2, Stand F38, zeigt Project Open seine webbasierte Projektmanagementsoftware für die Dienstleistungsbranche .
Die Anwendung nahm 2003 ihren Anfang als Managementsoftware für Übersetzungsagenturen. Damit füllte das kostenlose System eine Marktlücke, berichtet der Informatiker Klaus Hofeditz, Mitgründer des Projekts. Mittlerweile gibt es auch Enterprise-Anwender wie die Basler Kantonalbank mit rund 4000 Usern oder die osteuropäische Übersetzungsagentur Moravia. Die Software hat sich zu einer generischen Lösung für das projektbezogene Geschäft von Dienstleistern gemausert.
Projekt-Open-Anwender steigen oft klein ein, nachdem sie die Software von Sourceforge heruntergeladen haben, erzählt Hofeditz: “Sie beginnen mit der Zeiterfassung, nutzen später den File Manager zum Austausch von Dateien und nutzen Project Open später zur Rechnungserstellung. Die Software kann mit dem Unternehmen wachsen”. Sie bietet außerdem einen Kalender, Knowledge Management in Wikis, ein Kunden- und Anbieterverzeichnis und Preislisten. Bei allen Objekten lassen sich die Berechtigungen für einzelne Benutzergruppen fein einstellen, worauf laut Hofeditz vor allem größere Kunden Wert legen.
Die Webanwendung setzt auf das GPL-Framework OpenACS vom MIT und wird in der Skriptsprache Tcl entwickelt. Als Datenbank kommt PostgreSQL zum Einsatz. Project Open bietet Schnittstellen per REST und XML-RPC. Seit der Version 3.4 im Herbst 2009 exportiert die Software auch Dokumente im Open-Document-Format. Die Anwendung ist in 15 Sprachen inklusive Russisch und Ungarisch lokalisiert, was vor allem der Anwender-Community zu verdanken ist.
Für den Kern der Anwendung gilt keine reine Open-Source-Lizenz: Während die Benutzung kostenlos ist, verlangt die Project-Open-Lizenz für Weiterbearbeitungen des Codes eine vertragliche Vereinbarung mit dem Hersteller. Für Enterprise-Kunden gibt es zudem kostenpflichtige Optionen wie One-Time-Passwords und Reporting.
Im Herbst 2010 steht Version 4.0 von Project Open an, die vor allem die Usability verbessern soll und zu diesem Zweck auf Ajax-Technologie setzt. Die Software steht in Paketen für Linux und Windows sowie als VM-Image zum kostenlosen Download bereit.

