Cebit 2009: Kollaborationssoftware Teamdrive bald für Linux
Die Firma Teamdrive hat auf der Cebit ihre gleichnamige Kollaborationssoftware in Version 2.1 vorgestellt. Es soll sie demnächst auch als Linux- und Mac-Version geben.
Linux-Binaries der proprietären Software befindet sich derzeit im Betatest bei Kunden und sollen in etwa vier Wochen verfügbar sein. Die Linux-Version soll sich sowohl für KDE als auch für Gnome eignen.
Teamdrive ermöglicht den Dateiaustausch zwischen zwei oder mehreren Clients. Der Anwender eröffnet einen so genannten Shared Space, dem er Dateien hinzufügt. Er lädt andere Anwender per PGP-verschlüsselter Nachricht ein, an dem Shared Space teilzunehmen. Dabei kommt der Keyserver des Anbieters zum Einsatz. Nach angenommener Einladung verwenden die Clients für die Daten symmetrische Verschlüsselung (AES 256-Bit) mit einem individuellen Schlüsselpaar. Jeder Client erhält eine vollständige Kopie der Daten. Ab Version 2.2 soll auch eine andere Option einstellbar sein, bei der zunächst nur Metadaten ausgetauscht werden und das Programm die Dateien bei Bedarf herunterlädt.
Der Teamdrive-Explorer zeigt die überwachten Dateien und deren Versionshistorie an. Die Anwendung vergleicht beliebige Dateiformate, bietet aber insbesondere Schnittstellen zu Microsoft-Office-Awendungen. Bei Konflikten hebt sie die betroffenenen Stellen hervor. Die Zusammenarbeit mit Open Office steckt noch im Anfangsstadium, an dessen Messestand Halle 6, Stand E 46-12 auf der Cebit Open Source sich Teamdrive beteiligt. Bei open Office wollen die Entwickler als erstes ermöglichen, dass sich Teamdrive in den "Datei"-Dialog der freien Bürosuite einklinkt.
Der Datenaustausch findet bei Teamdrive in der Standard-Einstellung über den Cloud-Computing-Dienst EC2 von Amazon statt, kann aber über einen beliebigen Webdav-Server abgewickelt werden, beispielsweise wenn die Daten das Unternehmensnetzwerk nicht verlassen sollen. Ab der aktuellen Version 2.1 wird die SSL-Variante von Webdav unterstützt. Selbst wenn die Daten zum Austausch bei Dritten gelagert werden, sind sie dank AES-Verschlüsselung nicht lesbar. Teamdrive-CIO Detlef Schmuck betont "Wir überlassen dem Anwender, wo er seine Infrastruktur unterbringen möchte. Die Wahlfreiheit existiert bei der kostenlosen, werbefinanzierten Version genau so wie bei der gekauften."
Die werbefreie Professional-Version kostet monatlich pro User 9,90 Euro. Darin ist die Nutzung des Cloud-Computing inbegriffen. Wer diesen Dienst dank eigenen Servers nicht benötigt, zahlt 6,90 Euro für Teamdrive.
Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein hat der Software die Konformität zur deutschen Datenschutzgesetzgebung bescheinigt. Damit ist auch der Einsatz bei Behörden möglich. Das Siegel wird dem Hersteller am Sonntag auf seinem Cebit-Stand verliehen.





