Bull kauft S+C
Bei den Anteilseignern des Tübinger Traditionsunternehmens Science + Computing klingen alle Kassen: Der französische IT-Konzern Bull (7800 Mitarbeiter) übernimmt den 1989 von Studenten und Mitarbeitern des Lehr- und Forschungsbereichs für Theoretische Astrophysik der Uni Tübingen gegründeten Mittelständler, wie gestern überraschend bekannt wurde.
S+C mit seinen heute 270 Mitarbeitern und 26 Millionen Euro Umsatz beliefert fast alle deutschen Automobilhersteller und Luftfahrtunternehmen mit High-Performance-Linux-Clustern für Simulationen, führt Kompatibilitättest für CAD-, CAE- und CAT-Software aus, erfüllt Serviceverträge mit namhaften Industriekunden sowie Bildungseinrichtungen und hat die Linux-Managementsoftware SC Venus entwickelt.
Die in Paris börsennotierte IT-Firma Bull möchte durch die Übernahme ihr Engagement im strategischen Markt für High-Performance Computing verstärken. Bull hat in den letzten drei Jahren weltweit mehr als 100 Supercomputer installiert. Der jüngste Auftrag kam vom Forschungszentrum Jülich, wo Bull einen neuen Supercomputer mit einer Rechenleistung von 200 Teraflop aufbauen wird.
Die operative Unabhängigkeit und das Management von S+C will Bull nach eigenem Bekunden nicht antasten, sondern "die nötigen Ressourcen bereitstellen, mit denen das Unternehmen seine geschäftliche Entwicklung und technologische Kompetenz" stärken könne. Die Übernahme unterliege den "üblichen Abschlussbedingungen" und werde voraussichtlich im vierten Quartal 2008 abgeschlossen, teilen die Franzosen mit. Über die finanzielle Seite schweigen sich die Beteiligten aus.





