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Alfresco setzt für größere Verbreitung auf LGPL

John Newton, Gründer und CTO des CMS-Unternehmens Alfresco, hat in seinem Blog die Lizenzänderung von GPL zu LGPL angekündigt. Sie soll mit der nächsten Community-Version in Kraft treten.

Mithilfe der General Public License habe das Unternehmen seine Software und seine Marke stark weiterentwickeln können, schreibt Newton in seinem Blog. Nun sei es an der Zeit, die Lizenz für proprietäre Integrationen zu öffnen - also der GPL den Rücken zu kehren. Der Vorteil der Lesser General Public License sei, dass sie auf quellgeschlossene Software keine Auswirkung hat, wenn diese das Alfresco-Repository nutzt. Der vollständige Switch auf LGPL erleichtere auch den Umgang damit, dass Alfresco jetzt schon LGPL-Bestandteile enthält - den Datenbankservice Hibernate und die Arbeitsablaufsteuerung JBPM.

Der Berkeley-Absolvent verspricht sich von der Lizenzänderung die "Möglichkeit, auch jenseits einzelner Anwendungen eine Plattform zu werden", was er vor allem mit dem Mitte 2009 in Alfresco 3.0 eingeführten CMIS in Verbindung bringt. Mit den OASIS-standardisierten Content Management Interoperability Services (CMIS) sollen Content-Management-Systeme ihre Inhalte untereinander austauschen können. "Wir machen das, damit Alfresco als CMIS- und generelle Content-Management-Plattform verfügbar wird, die keine Geschäftsfelder hemmt. Wir hoffen", führt Newton aus, "dass die Anwendungen Dritter den Bedarf an Alfresco-Services vor allem in großen Geschäftsumgebungen erhöhen."

Mit der Einbindung geschlossener Software möchte Alfresco also mehr Geld verdienen. Das ist so etwas wie eine Ergänzung zur Einstellung, dass der Kunde mit quelloffener Software viel Geld einsparen kann, wie Newton noch flankierend zur Alfresco-Version 3.2 versichert hatte.

Das Analystenunternehmen Group 451 fühlt sich durch Alfrescos Entscheidung in seiner Beobachtung bestärkt, dass die GPL zu Gunsten flexiblerer Open-Source-Lizenzen an Verbreitung verliere. Das muss jedoch nicht heißen, dass quelloffene Software unbeliebter wird - im Gegenteil: "Die Bewegung weg von der GPL hat viel damit zu tun, dass der Markt das Verlangen und die Möglichkeit hat, Open-Source-Software neben, in, auf oder anderweitig in Verbindung mit quellgeschlossener Software zu verwenden", orakelt 451-Analyst Jay Lyman.

(Anika Kehrer)
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