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Adobe und die Open-Source-Strategie

Adobe nimmt die derzeit stattfindende Open Source Conference (OSCON) im kalifornischen San Jose zum Anlass und verkündet eine neue Open-Source-Strategie für seine Adobe Flash Plattform. Es gibt allerdings Zweifel an der Ernsthaftigkeit von Adobes Bemühungen.

Im Rahmen seiner neuen Open-Source-Strategie gibt der Hersteller zwei Software-Werkzeuge für Entwickler unter der Mozilla Public License frei: Mit dem Open Source Media Framework , Teil des bislang als „Strobe“ bezeichneten Projekts, sollen Entwickler speziell auf Adobe Flash optimierte Media-Player schreiben. Das gleichfalls freigegebene Text Layout Framework (TLF) soll ausgefeilte typographische Funktionalitäten hinzu liefern. Das erklärte Ziel des Unternehmens ist es dabei, einen „offenen“ Industriestandard für die Entwicklung von Mediaplayern zu etablieren, selbstverständlich für die hauseigenen Adobe-Flash-Plattform.

Kooperationspartner ist dabei der Internet-Dienstleister Akamai. Gemeinsam wollen die Unternehmen die von Akamai gegründete Open Video Player Initiative voranbringen, wobei auch diese das Adobe-Format Flash als Dreh- und Angelpunkt hat, außerdem unterstützt wird Microsofts Silverlight-Technologie. Bereits den Projekttitel empfindet der Open-Source-Aktivist Chris Messina als irreführend, wie er in einem Blogeintrag zum Thema schreibt: „Man muss nur die Sprache des Open Video Player Projekts analysieren oder die 'Partner' anschauen, damit einem klar wird, dass nichts an dem 'Open Video Player' irgendwas mit „Open“ zu tun hat, dafür umso mehr damit zu verhindern, dass ein freies und offenes Media-Web entstehen kann.“

Der Mitbegründer des Diso-Projekts vertritt die Meinung, dass Adobe durch seine Aktivitäten einen echten Videostandard in HTML 5 verhindern will. Die Kontrahenten im W3C Entwicklerprojekt sind hierbei das freie Format Ogg/Theora gegen das marktbeherrschende H.264. Messina sieht Parallelen im Verhalten von Microsoft, das derzeit mit Code-Spenden von sich reden macht. Er schreibt: „Adobe und Microsoft beschäftigen sich jetzt mit ähnlichen Formen der Reinwaschung („open-washing“), (...) während sie alles tun was in ihrer Macht steht, um ihre Kontrolle und Dominanz in einem bestimmten Bereich zu bewahren – sie zementieren somit weiter die historische Unterscheidung zwischen 'Frei' und 'Open'.“

(Britta Wülfing)
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Kommentare (1)
von
Herbibert Däschler,
23.07.2009 10:05
Wen interessiert ..
.. was Chris Messina sagt. Hat das Diso-Projekt auch nur irgendwas geleistet außer der eigenen Website?