Btar 0.9.1
Archivierungsprogramm mit Extras
Quelle: http://vicerveza.homeunix.net/~viric/cgi-bin/btar
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Tar, Atool
Das Archivierungsprogramm Btar arbeitet ähnlich wie Tar, bietet aber viele erweiterte Funktionen und verwendet externe Tools als Filter. So ist es beispielsweise möglich, die Daten mit GPG zu verschlüsseln, bevor sie im Archiv landen. Die erzeugten Archive sind Tar-kompatibel, sodass der Anwender jederzeit mit dem Original darauf zugreifen kann.
Btar teilt in der Voreinstellung die Daten in 10 MByte große Blöcke auf, optional setzt der Nutzer eine eigene Größe und gibt ein Kompressionsprogramm vor. Btar erstellt zudem differenzielle Sicherungen bestehender Archive. Hierzu muss der Anwender das Tool jedoch gegen die Libsync linken. Welche Dateien in der differenziellen Sicherung landen, ermittelt Btar anhand der Mtime-Werte der Dateien. Gelöschte Files berücksichtigt das Tool dabei nicht.
Um die Arbeit zu beschleunigen, verteilt Btar die Aufgaben auf Wunsch auf mehrere CPU-Kerne – allerdings nur bei der Archivierung und nicht beim Auspacken. Die mitgelieferte Dokumentation enthält hierzu und für den Einsatz der Filter gute Beispiele.
Btar ist eine interessante Alternative zu Tar und bietet zahlreiche Extras. Die Differenzarchive und der Einsatz von externen Tools als Filter eröffnen neue Einsatzmöglichkeiten.
FFV 0.47
Integrität von Dateien prüfen
Quelle: http://www.cjmweb.net/ffv
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Afick, Rhash
Der Fast File Validator, kurz FFV, untersucht einzelne Dateien oder ganze Verzeichnisse auf mögliche Manipulationen hin. Dazu erzeugt der Anwender Prüfsummen (CRC-32 oder MD5). FFV legt sie gemeinsam mit dem verwendeten Algorithmus und dem relativen Pfad in einer Datei ab. Existiert eine solche bereits, besteht jederzeit die Möglichkeit, neue Einträge anzuhängen.
Ohne Parameter aufgerufen sucht FFV im aktuellen Verzeichnis nach Prüfsummendateien, führt anschließend sofort eine Kontrolle des Inhalts durch und schreibt das Ergebnis nach Stdout. War die Prüfung erfolgreich, steht ein »OK« vor der jeweiligen Datei. Nicht mehr vorhandene Dateien kennzeichnet das Tool mit »MISS« , nicht lesbare mit »ERR« . Stimmt die Prüfsumme nicht überein, gibt es den Status »BAD« aus.
Der Parameter »-n« schaltet den Vergleich der Prüfsummen ab, FFV kontrolliert dann lediglich, ob eine Datei vorhanden und lesbar ist. Um sicherzugehen, dass das Tool bei Lesefehlern seine Arbeit nicht einstellt, übergibt der Nutzer beim Start die Option »-e« .
FFV eignet sich gut für gelegentliche Checks. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, greift jedoch besser zu Afick, Aide oder Tripwire.
Fwknop 2.0rc5
Klopfzeichen für IP-Verkehr
Quelle: http://www.cipherdyne.org/fwknop
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Knockd, Ipt_pkd
Wer seine Onlinedienste vor unbefugtem Zugriff sichern möchte, der sollte Fwknop zum Vorstellungsgespräch einladen. Das Tool arbeitet als eine Art Türsteher und lässt nur jene passieren, die das digitale Klopfzeichen kennen. Anders als andere Lösungen arbeitet Fwknop nicht mit Klopffolgen auf den TCP-Ports, sondern greift auf die Single Packet Authentification zurück. Dabei sendet der Client ein spezielles, verschlüsseltes Datenpaket (AES oder Gnu PG), das nur einmal verwendbar ist.
Auf Server-Seite lauscht der Fwknopd am UDP-Port 62201. Findet der Daemon ein gültiges SPA-Paket, schaltet er entsprechend seiner Konfiguration (»access.conf« ) den jeweiligen Port über IPtables-Regeln frei. In der Datei »fwknopd.conf« konfiguriert der Anwender die Parameter der »iptables« -Aufrufe sowie Interface und Port, auf dem der Fwknop-Dienst lauscht. Legt der Nutzer keine IP-Adresse und kein Protokoll fest, kann er diese Informationen auch beim Verbindungsaufbau mit dem Fwknop-Client übergeben.
Mit Fwknop verbergen Anwender ihre Dienste vor neugierigen Blicken und machen diese nur autorisierten Personen zugänglich. Durch den Einsatz von SPA ist der Zugriff auch vor so genannten Replay-Angriffen geschützt.
Mtr 0.82
Tool für die Netzwerkdiagnose
Quelle: http://www.bitwizard.nl/mtr
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Traceroute, TCP Traceroute
Als Kombination aus Traceroute und Ping beschreiben die Entwickler ihr Tool. Mit Mtr finden Anwender heraus, wo eine mögliche Datenblockade im Netz vorliegt. Für einfache Diagnosen reicht es aus, Mtr zusammen mit dem Hostnamen oder der IP-Adresse des Zielrechners aufzurufen. Das Tool beginnt sofort ICMP-Echopakete mit einer niedrigen TTL zu senden und ermittelt so die Antwortzeiten und den prozentualen Anteil erfolgreich übertragener Pakete für jeden Router auf dem Weg zum Ziel.
Wer die Laufzeit verkürzen möchte, der kann mit »-n« auf die DNS-Auflösung verzichten. Mtr zeigt dann lediglich die IP-Adressen an. Das Tool präsentiert die durchschnittliche Antwortzeit sowie den besten und den schlechtesten Wert. Welche Informationen Mtr preisgibt, legt der Nutzer über »-o« fest. Wer keinen Schlussbericht benötigt, fordert mit »-l« die Ausgabe der Rohdaten an.
Außer den erwähnten ICMP-Paketen verschickt Mtr auf Anfrage auch UDP-Pakete. Unabhängig vom verwendeten Protokoll kann der Nutzer über Aufrufoptionen die Paketgröße anpassen. Mtr unterstützt sowohl IPv4 als auch IPv6.
Neben der einfachen Ansicht auf der Standardausgabe bietet Mtr eine Curses-Oberfläche, in welcher der Nutzer die Anordnung der Diagnosefelder im Betrieb anpassen und zwischen verschiedenen Ansichtsmodi hin und her wechseln kann. Alternativ steht ein GTK-basiertes GUI bereit, das optisch ansprechender als die Konsolenansicht ist.
Mtr hilft bei der Diagnose von Netzwerkproblemen. Die Curses- und GTK-Oberflächen ermöglichen eine interaktive Nutzung.
Stow 2.1.2
Paketverwaltung für Selbstkompilierer
Quelle: http://www.gnu.org/s/stow
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Graft, Toast
Software selbst aus den Quellen bauen – das ist für viele Anwender eine Möglichkeit, immer die neuesten Programme zu testen. Auf den Paketmanager der jeweiligen Distribution verzichten sie dabei aber in der Regel. Das GNU-Tool Stow schafft Abhilfe und bietet ein eigenes Repository für die Verwaltung der selbst gebauten Programme.
Vor dem ersten Einsatz legt der Anwender ein Repository-Verzeichnis an. Beim Einsatz von »./configure« und »make« ändert sich nichts; den Befehl »make install« erweitert er künftig um den Parameter »DESTDIR« , um die von Stow verwaltete Software im Repository zu installieren. Bietet ein Programm keine Unterstützung für diese Option, muss der Nutzer entweder auf Stow verzichten oder selbst Hand anlegen und den Parameter »INSTALL _DIR« manipulieren.
Wenn das neue Programm im Repository-Verzeichnis liegt, integriert der Nutzer es mit Stow in den Linux-Verzeichnisbaum. Als Parameter gibt er das Repository, das Zielverzeichnis und den Paketnamen an. Letzterer entspricht dem Unterverzeichnis im Stow-Repository. Das Tool kopiert nicht einfach die Dateien ins Zielverzeichnis, sondern legt symbolische Links an. Um eine Anwendung wieder zu entfernen, erweitert der Nutzer den Stow-Aufruf um »-D« .
Ein »ignore« -Parameter nimmt auf Wunsch Dateien von der Verlinkung aus. In diesem Zusammenhang versteht das Tool reguläre Ausdrücke. Um ein Programm aus dem Repository zu entfernen, reicht es, das Unterverzeichnis zu löschen.
Stow hilft dabei, selbst kompilierte Programme im eigenen System zu verwalten, sie sauber zu installieren und bei Bedarf auch wieder rückstandsfrei zu entfernen.
Vifm 0.6.3
Dateimanager für Vi-Fans
Quelle: http://vifm.sourceforge.net
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Midnight Commander, Last File Manager
Eingefleischte Vim-/Vi-Anhänger dürften sich mit diesem Dateimanager sofort wohlfühlen. Das Ncurses-basierte Tool versteht die Tastenkürzel und Befehle des Editors und erinnert vom Look her an den Midnight Commander. Die Navigation findet über die Tasten [H],[J],[K] und [L] statt. Vom Texteditor übernahmen die Entwickler auch die Undo-/Redo-Funktion. Einmal Gelöschtes lässt sich jedoch nur wiederherstellen, wenn Vifm einen Trash verwendet.
Wer gerne mit dem Visual-Modus arbeitet, schaltet ihn wie zu erwarten mit [V] ein. Die Entwickler haben auch die Möglichkeit implementiert, über »:! Programm« Befehle im Hintergrund auszuführen. Vifm kann mit allen gängigen Mimetypes umgehen und bietet eine Lesezeichenfunktion zur leichteren Navigation im Verzeichnisbaum. Wer etwas nachschlagen möchte, startet wie im Editor über »:help« die Onlinehilfe.
Die Konfiguration speichert das Tool im Verzeichnis »~/.vifm« . In der dort hinterlegten Datei »vifmrc« definiert der Anwender die Länge der Befehlshistory, den Undo-Level oder die Sortierung der Dateien. Einige Eigenschaften kann er darüber hinaus zur Laufzeit über das bekannte »:set« -Kommando einstellen. Im Verzeichnis »~/.vifm« befinden sich zudem ein Ordner namens »Trash« und die Colorscheme-Datei, in der der Nutzer die Farben des Tools anpasst.
Fans des flinken Texteditors finden sich im Vifm-Dateimanager schnell zurecht. Wer die gängigen Tastenkürzel jedoch nicht in den Fingern hat, greift auf der Konsole besser zum Midnight Commander. (U. Vollbracht/hej)












