In dieser Ausgabe bespricht das Linux-Magazin ein dickes Handbuch, das Server-Admins bei typischen Aufgaben unterstützen möchte. Der zweite Titel richtet sich an den Vertriebler und behandelt das Auftreten von Unternehmen auf Twitter, Facebook & Co.
Der Band “Linux-Server” von Dirk Deimeke und seinen Mitverfassern reiht sich nicht zwischen die unzähligen Bücher über Installation und Basis-Administration des Betriebssystems ein. Das Autorenteam setzt nämlich bei seinen Lesern solides Grundwissen voraus, um sich typischen Server-Themen zu widmen.
Server-Handbuch
Der stattliche Band behandelt Fileserver, Web- und Mailserver, Druckserver, Hochverfügbarkeit, Virtualisierung und mehr. Dazu gesellt sich Grundlegendes wie Bootvorgang oder Berechtigungen, wozu die Autoren detailliertes Wissen vermitteln. Dabei schürfen die Verfasser jedoch nicht derart tief wie jene Bücher, die sich auf ein einziges Thema konzentrieren – dieser Band ist in der Lücke zwischen Grundlagen und Spezialthemen angesiedelt. Am ehesten lässt er sich mit einem Buch wie dem “Official Ubuntu Server Book” (siehe Linux-Magazin 01/2011) vergleichen.
Der erste Teil – “Grundlagen” – befasst sich mit Bootvorgang, Festplatten, Dateisystemen und Berechtigungen. Dabei geht es nicht einfach darum, wie man einen Bootloader installiert, sondern wie das Booten im Detail abläuft und wie der Admin Störungen beseitigen kann. Weitere Abschnitte widmen sich Aufgaben, Diensten, Infrastruktur, Kommunikation, Automatisierung sowie Sicherheit, Verschlüsselung und Zertifikaten.
Jeder Teil besteht aus mehreren Kapiteln. Aus dem Bereich Kommunikation sei das Netzwerk-Kapitel herausgegriffen: Hier behandeln die Autoren nicht die üblichen Tools, sondern deren (noch) nicht ganz so bekannte Nachfolger wie »ip« oder »iproute2« . Daneben geht es um Bonding, Netfilter, IPtables sowie Netzdienste wie DHCP und DNS.
Das Buch lässt sich angenehm lesen und verwendet überschaubare Listings. Theorie und Praxis wechseln einander ab. Den Schreibstil der Autoren hat das Lektorat so weit angeglichen, dass Unterschiede zwar noch erkennbar sind, aber keinen Bruch im Lesefluss verursachen. An manchen Stellen wäre etwas mehr Tiefgang wünschenswert. Doch es wird sicherlich eine Menge Leser geben, die Gefallen gerade an der Mischung zwischen Grundwissen und Spezialthemen finden, die diesen Band ausmacht.
Info
Dirk Deimeke, Stefan Kania, Charly Kühnast, Stefan Semmelroggen, Daniel von Soest:
Linux-Server
Galileo Computing, 2011
815 Seiten
50 Euro
ISBN 978-3-8362-1469-8
Blogs, Facebook & Co.
Das Buch “Social Media für Unternehmer” stammt von der Düsseldorfer Unternehmensberaterin Claudia Hilker. Zunächst stellt die Autorin die für Unternehmen wichtigsten Social-Media-Dienste wie Twitter, Facebook, Xing, Linked In, Studi VZ, Qype, Youtube, Flickr, Wikipedia und “Wer kennt wen?” vor. Dabei beschreibt sie die Charakteristiken jedes Dienstes sowie die Zielgruppe, die in ihnen anzutreffen ist.
Dann geht das Buch auf Unternehmensstrategien in solchen Netzwerken ein. Dabei dient Dells Social-Media-Kampagne als Beispiel für eine zunächst misslungene Herangehensweise. Als Positivbeispiel dient das Social Startup des Unternehmens Delux-Hotel, das Ziele definiert und Randbedingungen schafft.
Hilker zeigt, wie Präsenz in Foren sowie ein eigens betriebener Blog zum Unternehmenserfolg beitragen. Es reiche längst nicht mehr aus, tägliche Statusmeldungen auf Twitter oder Facebook zu verbreiten, schreibt sie Verfasserin – virale Effekte und Crowdsourcing seien entscheidend. Daneben verschweigt sie Probleme nicht, etwa wenn ein Plan für den Umgang mit Kundenbeschwerden fehlt. Auch eintönige Kommunikation macht sich schlecht als Aushängeschild für das Unternehmen.
Nach der Lektüre ist der Leser beileibe noch kein Experte für Social Media, insbesondere weil die Praxis recht kurz kommt. Dieser Band eignet sich eher als Leitfaden für die Planung der eigenen Strategie.







