
Abbildung 1: Die Ahnentafelansicht zeigt – je nach Fenstergröße – bis zu fünf Generationen an. Enthält ein Datensatz Bilder, bindet Gramps das Foto in die Box der jeweiligen Person ein.
Der Linux-Fan geht mit Gramps unter die Familienforscher. Das Genealogie-Programm hilft dabei, gesammelte Daten über die Ahnen auszuwerten. Dank Puppet automatisiert der Admin regelmäßig wiederkehrende Aufgaben. Zur Stärkung gibt’s Spinatpastete.

Abbildung 1: Die Ahnentafelansicht zeigt – je nach Fenstergröße – bis zu fünf Generationen an. Enthält ein Datensatz Bilder, bindet Gramps das Foto in die Box der jeweiligen Person ein.
Was sind meine Wurzeln? Wer waren meine Vorfahren und wo haben sie gelebt? Diese und andere Fragen versuchen Ahnenforscher zu beantworten. Die Zeiten, in denen Stift und Papier die einzigen Hilfsmittel waren, sind lange vorbei. Schon seit den 80er Jahren unterstützen Genealogie-Programme den Forscher bei der Verwaltung und Aufbereitung der Daten, beim Anlegen von Berichten, Listen, Diagrammen und Tafeln.
Gramps [1] hat sich in den letzten Jahren zum Patriarchen unter den freien Familienforschungs-Tools gemausert und erfreut sich einer großen Entwickler- und Benutzergemeinde. Wie engagiert und rege die Community ist, zeigte sich im April, als Gramps 3.2.2 nur wenige Tage nach Version 3.2.1 erschien. Aus Versehen waren funktionelle Änderungen ins Programm eingeflossen, die wichtige Fehlerkorrekturen nötig machten [2]. Die Entwickler handelten schnell und der als stabil deklarierte 3.2-Zweig der Software soll in Zukunft wieder ausschließlich Bugfixes erhalten und keine neuen Features.
Die liebe Verwandtschaft
Für erste Gehversuche als Ahnenforscher bieten die Gramps-Entwickler vorgefertigte Datensammlungen an [3]. Mit diesen experimentiert der Anwender nach Herzenslust und entdeckt die zahlreichen Features, bevor er die eigene Familie erfasst. Das Onlinehandbuch (zu erreichen über das »Hilfe«-Menü oder unter [4]) hilft bei den ersten Schritten.
Die Software zeigt Familienverhältnisse durch Diagramme, Grafiken oder Berichte an. Die linke Seitenleiste bietet dabei Zugriff auf mehrere Ansichtsmöglichkeiten, zum Beispiel Personen, Beziehungen, Familien oder Vorfahren (siehe Abbildung 1). Die Datenbank erlaubt weiterhin, verschiedene Medien zu den Datensätzen hinzuzufügen. Gramps speichert auf Wunsch Bilder, Audiodateien, Animationen und so weiter. Bei Bedarf exportiert das Programm seine eigene Datenbank ins Gedcom-Format oder als Vcard-Datei.
Gramps arbeitet mit verschiedenen Kartenservices zusammen. In der »Orte«-Ansicht ist es beispielsweise möglich, die einzelnen Einträge bei Google Maps oder Openstreetmap online nachzuschlagen. Beide Anbieter stehen auch zur Verfügung, um unter »Geografie« nachzuschauen, wie sich eine Familie über den Globus verteilt hat (siehe Abbildung 2).

Abbildung 2: Eine ausreichend schnelle Internetverbindung vorausgesetzt, zeigt Gramps, wo Personen leben oder lebten und wo sie geboren wurden oder starben.
Über Feedback und Verbesserungsvorschläge oder auch ein einfaches “Danke” freuen sich die Entwickler. Darüber hinaus sucht das Gramps-Team nicht nur Programmierer, sondern auch Übersetzer, die das Handbuch und die Anwendung selbst aus dem Englischen übersetzen. Die Projektwebseite erwähnt unter »Contribute« zahlreiche Möglichkeiten für Interessenten, mit den Entwicklern in Kontakt zu treten, sei es über die Mailinglisten oder im IRC.
Lasst die Puppen tanzen
Wer je versucht hat Server und Netzwerke in großen Umgebungen von Hand zu administrieren, wird schnell festgestellt haben, wie fehleranfällig, monoton und ineffizient dieses Unterfangen ist. Auch selbst geschriebene Bash-Skripte sind in solchen Fällen nicht ideal – zu schnell wachsen zunächst kurze Skripte zu wahren Monstern an und der Admin verliert leicht die Übersicht. Die Verwaltungssoftware Puppet [5] hat sich zum Ziel gesetzt, wiederkehrende Aufgabe zu automatisieren.
Hinter Puppet steckt sowohl eine aktive Community als auch die Firma Puppet Labs, in der Puppet-Erfinder Luke Kanies als CEO fungiert. Bis März 2010 hieß das Unternehmen noch Reductive Labs; der neue Name passt laut Kanies aber besser zum Ziel des Unternehmens, Puppet zu verbessern und weiterzuentwickeln [6]. Gleichzeitig mit der Namensänderung fand ein Relaunch der Webseite statt, die sich nun wesentlich professioneller präsentiert. Auch die Dokumentation ist übersichtlicher und besser navigierbar [7].
Puppenspiel
Der Admin beschreibt die gewünschte Konfiguration seiner Rechner an zentraler Stelle. Statt exakter Kommandozeilen-Befehle verwendet er dazu Puppets eigene deklarative Sprache. Mittels Variablen und Bedingungen trennt er Daten von Code. Das hat den Vorteil, dass er Änderungen an Daten (beispielsweise die Umbenennung eines Servers) nur an einer Stelle vornimmt und den Code mit Gleichgesinnten teilen kann, ohne betriebsinterne Details preiszugeben. Viele dieser so genannten Patterns tummeln sich bereits im Netz; allein das Projekt-Wiki [8] listet Dutzende auf.
Puppet verwaltet sowohl einzelne Systeme als auch große Rechnerverbünde. Für letzteres Szenario stellt die Software eine Client-Server-Architektur bereit. Zunächst fasst der Admin eine Reihe von Ressourcentypen, etwa Paket, Datei, Dienst oder Cronjob, zu einer Class zusammen. Diese weist er anschließend einzelnen Rechnern, den Nodes, zu. Die Classes selbst beherbergt der Puppetmaster, Puppets Serverkomponente. Auf den Nodes läuft ein Puppet-Client, der regelmäßig den Server kontaktiert und Details zur Distribution, Architektur, Speichergröße und so weiter preisgibt. Der Server meldet sich mit dem Sollzustand und Abhängigkeiten aller verwalteten Ressourcen für den Node zurück, die der Client dann mit dem Istzustand vergleicht und – falls erforderlich – entsprechende Änderungen am System durchführt.
Puppet bietet Unterstützung für gängige Linux-Distributionen, Solaris und BSD-Derivate inklusive Mac OS X. Über Variablen und »if«-/»case«-artige Bedingungen passt der Admin mit wenig Aufwand seine Ressourcen so an, dass sie auf mehreren Plattformen anwendbar sind.
Master of Puppets
Die mitgelieferte Weboberfläche namens Puppet Dashboard soll das Tagesgeschäft des Systemverwalters erleichtern (siehe Abbildung 3). Kurz hintereinander erschienen dieses Jahr im März die Versionen 0.2.0 und 0.2.1. Nur einen Monat später erblickte 1.0 das Licht der Puppet-Welt. Der Funktionsumfang der aktuellen Dashboard-Version 1.0 umfasst die Anzeige von Berichten der Clients und die Zuweisung von Konfigurationen zu einzelnen Nodes.

Abbildung 3: Seit Kurzem bietet Puppet eine grafische Oberfläche namens Dashboard an. So hat der Admin den aktuellen Status seiner Server immer im Blick und eventuelle Probleme mit Clients fallen sofort auf.
Puppet Dashboard ist noch ein relativ junges Projekt, das Mitstreiter sucht. Für die nächste Release sind neue Features geplant. Die Puppet-Entwickler fordern Interessierte ausdrücklich dazu auf, Fehler zu melden und Wünsche für die zukünftige Version zu äußern.
Ein Blick in den Bugtracker und ins Projekt-Wiki zeigt, wie aktiv die Puppet-Community ist, und auch das Blog bestätigt diesen Eindruck. Dass die Entwickler des Verwaltungstools gerne etwas an die Gemeinschaft zurückgeben, beweist auch die Tatsache, dass Puppet-Programmierer Michael DeHaan als Mentor für zwei Google-Summer-of-Code-Projekte fungiert. In seinem Blogartikel unter [9] stellt er die beiden Studenten und ihre Projekte vor.
Spanakopita (Spinatpastete)
Zu essen gibt es diesmal einen griechischen Klassiker, der warm als Hauptgericht und auch kalt als Snack gut schmeckt. Zutaten: zwei Packungen Blätterteig (alternativ den etwas dünneren Filo- oder Yufkateig nehmen), 1 kg frischen Spinat (alternativ Tiefkühlspinat auftauen), eine Zwiebel, ein bisschen Knoblauch, 200 g Fetakäse, fünf Eier, etwas Olivenöl und Butter, Salz und Pfeffer.
Den Spinat gründlich waschen. Die Wurzeln und harte Stängel sowie welke und gelbe Blätter entfernen. Anschließend das Gemüse kleinschneiden. In etwas Olivenöl mit der gehackten Zwiebel andünsten, bis der Spinat zusammenfällt. Dazu ein wenig gehackten Knoblauch geben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.
Ein Backblech mit Olivenöl einfetten. Die erste Packung Teig darauf verteilen und auf Blechgröße ziehen. Mit einer Mischung aus Butter und Olivenöl bestreichen. In einer Schüssel vier Eier mit dem zerkleinerten Feta und etwas Pfeffer vermengen. Den erkalteten Spinat hinzufügen und die ganze Masse auf dem Teig verteilen. Die zweite Packung Blätterteig oben drauf verteilen und mit einer Mischung aus Olivenöl, Butter und dem letzten geschlagenen Ei bestreichen. In Stücke vorschneiden und bei 180 Grad zirka 20 bis 30 Minuten backen. Kali Orexi – guten Appetit!
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Infos |
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[1] Gramps: [http://gramps-project.org] [2] Blogeintrag zur Release der Version 3.2.2: [http://gramps-project.org/2010/04/gramps-3-2-2] [3] SCM-Repository von Gramps: [http://gramps.svn.sourceforge.net/viewvc/gramps/trunk/example/gramps] [4] Gramps-Handbuch: [http://gramps-project.org/wiki/index.php?title=De:Gramps_3.2_Wiki_Handbuch] [5] Puppet: [http://www.puppetlabs.com] [6] Pressemeldung zur Namensänderung: [http://www.puppetlabs.com/blog/reductive-labs-home-of-puppet-changes-name-to-puppet-labs] [7] Puppet-Dokumentation: [http://docs.puppetlabs.com] [8] Sammlung von fertigen Puppet-Patterns: [http://projects.puppetlabs.com/projects/puppet/wiki/Patterns] [9] Mentor beim GSOC 2010: [http://www.puppetlabs.com/blog/gsoc-2010] |





