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Die Lieblingsapplikationen der Redaktion
App die Post
von Anika Kehrer
Erschienen im Linux-Magazin
2010/04
Mehr Kleincomputer als Telefon, damit steht und fällt der Nutzen von Smartphones mit ihren Applikationen. Die Redaktion des Linux-Magazins stellt ihre momentanen Favoriten unten den Progrämmchen für Maemo, Web OS und Android vor. Ein wenig traurig ist es einzig um Office-Anwendungen bestellt.
Sie unterhalten, helfen und laden zum Spielen ein. Sie schaffen Telefon-, Internet-, Chat- und Skype-Verbindungen. Google, Nokia und Palm haben verstanden, dass sich mit kleinen Handyprogrammen, die jedes für sich relativ wenig kosten, großer Reibach machen lässt - Apple hat es schließlich vorgemacht (siehe Kasten "Das Gelbe vom I"). Für jede (Linux-)Plattform gibt es aber auch kostenlose Apps. Dieser Artikel stellt die nach Meinung der Redaktion nützlichsten oder auch putzigsten Applikationen vor, geordnet nach Plattformen.
Maemo
"Was an Maemo toll ist: Ich kann wie vom PC gewohnt Linux-Apps via Apt-get installieren", erklärt Magazin-Redakteur Markus Feilner seine Begeisterung für das Nokia N900. Er hat sich für parteiisch erklärt, seit er das Smartphone unter die Lupe nahm [4]. Wer brauche da noch Nokias Ovi-Store [5], der den interessierten Surfer mit einer Registrierung belästigt? Maemo-begeistert zeigte sich auch Sebastian Kügler vom KDE-Projekt, der im Oktober 2009 das neue Gerät als einer der ersten in Händen hielt. "Am besten gefallen mir die Telefon-Apps selbst", erläutert er dem Linux-Magazin. "Besonders mag ich, dass ich Konversationen über SMS im Thread sehen kann."
Der mobile Firefox ist brandneu in der stabilen Version 1.0 erschienen - zunächst ausschließlich für das Maemo-Handy. Der an Smartphones angepasste Browser firmiert unter dem Codenamen Fennec [6]. Zu seinen Besonderheiten zählt, dass die URL-Leiste den Seitennamen anzeigt und Previews der geöffneten Tabs an der linken Seite positioniert sind (Abbildung 1). Das große rote X auf den Previews wirkt alarmierend, signalisiert aber nur die Möglichkeit, Tabs zu schließen. Die Browser-Einstellungen gelangen in Reichweite, wenn der Anwender den Browser nach links schiebt. Wermutstropfen: Flash-Plugins sind derzeit deaktiviert. Sie verlangsamen das Maemo-System zu sehr.

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Abbildung 1: Die mobile Version des Firefox mit dem Codenamen „Fennec“ gibt es derzeit nur für Maemo 5.
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Die ebenfalls native Applikation Maep [7] (zur Belustigung ziehe man das ae beim Aussprechen als ä genüsslich in die Länge) integriert nicht nur Openstreetmap-Karten, sondern zeigt auf Wunsch auch die lokalen Nahverkehrswege an (Abbildung 2) - ein Muss für Orientierungsbedürftige.

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Abbildung 2: Die Karten-App Maep integriert sich nahtlos in Maemo und holt neben Openstreetmap auch Google Maps und Virtual Earth auf das N900.
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Nach Apples Vorstellungen kommen Anwendungen für das I-Phone aus dem hauseigenen App Store. Dort finden sich vom Hersteller freigegebene Programme von Software-Anbietern. Neben den kostenpflichtigen Versionen existieren häufig kostenlose Ausgaben mit eingeschränkten Funktionen. Die dänische Firma Mochasoft beispielsweise bietet eine Reihe von Lite-Versionen ihrer I-Phone-Programme kostenlos an [1]. Darunter befinden sich VNC- und RDP-Clients, mit denen Admins sich zu Servermanagement-Oberflächen verbinden dürfen, Clients für IBMs Mainframe-Anwendungen sowie Diagnoseprogramme wie Traceroute.
Manchem Anwender erscheint es paradox, auf dem unixoiden I-Phone-Betriebssystem kommerzielle Software zu benutzen, die Unix-Standardtools nachahmt - zumal es diese ja als freie Software gibt. Wer so denkt, sollte den so genannten Jailbreak erwägen: die Kapselung des Smartphone durchbrechen, um beliebige Software aufzuspielen.
Software-Installation unter Unix ruft nach einem Paketmanager, dachte sich der US-amerikanische Entwickler Jay Freeman alias Saurik. Auf Basis des Debian-Tools Apt entwickelte er Cydia [2], die I-Phone-Anwendungen herunterlädt, installiert oder entfernt - allerdings erst nach einem Jailbreak. Nach Angaben des Entwicklers ist das Installationswerkzeug auf mehr als zwei Millionen Geräten im Einsatz. Im Cydia-Repository findet sich vieles, was das Herz des Linux- oder Unix-Anwenders erfreut: ein Terminal-Emulator und Open SSH, sogar die GCC oder Lighttpd als kleiner Webserver.
Außerdem gibt es einen Cydia-Store, der kostenpflichtige Software über das alternative System anbietet. In Cydia lassen sich zudem wie im Vorbild Apt externe Paketquellen aus dem Web einbinden. Freeman hat eine kurze Anleitung zum Aufsetzen eines eigenen Cydia-Repositories geschrieben [3]. (Mathias Huber)
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Cross-App: Easy Debian
Die Maemo-Variante von Debian "Easy Debian" [8] holt normale Desktop-Programme auf das Smartphone. In Klein erscheinen dann LXDE, Open Office oder auch der ausgewachsene Firefox mit Java- und Flash-Support auf dem 3,5-Zoll-Bildschirm. An den großen Desktop-Anwendungen haben die Minicomputer natürlich zu knabbern. Manchmal, argumentiert das Projekt, braucht man einige der Features jedoch, die bislang vor allem die Großen ermöglichen, etwa um Flashdateien zu betrachten oder Office-Dokumente zu bearbeiten (siehe Kasten "Außenbüro im Versuchslabor").
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