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Neues aus der Welt der freien Software und ihrer Macher

Projekteküche

von Carsten Schnober
Erschienen im Linux-Magazin 2010/01

Über Büros, Arbeits- und Wohnzimmer hat der PC auch die Kinderzimmer erreicht. Linux erweist sich dabei als nützlicher Begleiter: Das Malprogramm Tux Paint liegt jetzt in einer neuen Version vor. Das Programm Mediainfo analysiert Multimediadateien. Passend zum Augenschmaus gibt es Bienenstich zu schlemmen.

Wer den Linux-Nachwuchs spielerisch an das freie Betriebssystem heranführen möchte, sollte sich Tux Paint anschauen [1]. Das Lernprogramm für Kinder ab drei Jahren nähert sich Versionsnummern mit einer 1 vor dem Punkt - die gerade erschienene Ausgabe 0.9.21 demonstriert nach über einem Jahr Release-Pause, dass das Projekt weiterhin existiert und Fortschritte macht.

Kunst am Rechner

Die Basisfunktionen von Tux Paint erfüllen die Erwartungen eines einfachen Malprogramms. Zahlreiche Pinseltypen stehen zur Auswahl, mit denen die kleinen Künstler die Fläche bemalen. Außer einfachen Linien bietet Tux Paint amüsante Spezialmuster. Die Katzen- und Eichhörnchen-Pinsel verändern sich so, dass der Eindruck entsteht, das Tier hüpfe über den Bildschirm (siehe Abbildung 1).


Abbildung 1: Tux Paint führt Kinder ans virtuelle Zeichenbrett. Die Lernsoftware präsentiert sich verspielt und freundlich, fördert die Kreativität und die Feinmotorik.

Die grafische Oberfläche von Tux Paint zeigt sich besonders kindgerecht. Die Schaltflächen zur Auswahl von Pinseln und Farben sind ausreichend groß und die darauf verwendeten Symbole aussagekräftig. Am unteren Fensterrand assistiert ein freundlicher Pinguin und gibt einfache Hinweise; um Tux verstehen zu können, sollte der kleine Künstler jedoch schon richtig lesen können.

Eine akustische Untermalung beugt aufkommender Langeweile der jungen Benutzer vor. Je nach Auswahl und Verwendung bestimmter Pinselmuster ändert sich die Geräuschkulisse. Die so genannten Stamps, also die Muster für das Stempelwerkzeug, sind erweiterbar. Auf der Tux-Paint-Homepage stehen einige Vorschläge zum Download bereit. Wer lieber selbst kreativ werden möchte, erstellt ein Stamp-Bild im PNG-Format und ergänzt es optional um einen Klang im Ogg-Vorbis-Format.

Spaß und Grenzen

Wohl auch um die Nerven von Aufsichtspersonen zu schonen, bietet das Programm die Möglichkeit, die beschriebene Tonbegleitung abzuschalten. Das eigenständige Programm Tux Paint Config erledigt dies im Handumdrehen. Das Einrichtungsprogramm bietet darüber hinaus an, Tux Paint ausschließlich im Vollbildmodus zu betreiben oder den Mauszeiger zu fangen.

Beides verhindert hoffentlich, dass die Nachwuchsmaler versehentlich andere Programme aufrufen, Dateien manipulieren oder anderen unerwünschten Nebenbeschäftigungen nachgehen. Unterbindet man zudem die »Quit«-Funktion, verwandelt sich der Rechner temporär in einen reinen Mal-PC (Abbildung 2).


Abbildung 2: Die Konfiguration von Tux Paint findet in einem eigenen Programm statt, sodass das Malprogramm mit einer völlig zweckgerichteten Oberfläche auskommt.

Eltern oder Pädagogen dürfen noch mehr Grenzen setzen. So schränken sie beispielsweise die Druckfunktion ganz oder auf eine bestimmte Anzahl von Seiten pro Minute ein und verhindern damit versehentliche Mehrfachdrucke und ungewollte Druckorgien.

Einen richtigen Sicherheitstest besteht Tux Paint freilich nicht - in vielen Fällen ist es sogar mit vergleichsweise einfachen Mitteln möglich, Schranken zu umgehen. Die einschränkenden Maßnahmen zielen nicht darauf ab, Kinder autoritär in ein

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