Aus Linux-Magazin 10/2009

15 Fragen zur Persönlichkeitsfindung

John Cope, Fotolia.com

Der Überlieferung zufolge stand am Eingang des Tempels von Delphi die Inschrift “Erkenne dich selbst”. Linuxern, die beim Orakeln über ihre Persönlichkeit nicht recht weiterkommen, sei der folgende Typcheck ans bange Herz gelegt. Und allen anderen auch. Vielleicht entdecken sie sich neu.

Was sind Sie für ein Linux-Typ? Um endlich Gewissheit zu erlangen, umkringeln Sie den Buchstaben der am ehesten zutreffenden Antwort. Tragen Sie die korrespondierenden Werte zum Schluss in die Tabelle 1 ein. Addieren Sie die Werte. Und dann? Erkennen Sie sich selbst (Kasten “Typfrage”).

Frage 1: Ein leerer Raum soll Ihr Arbeitszimmer werden. Siehaben freie Hand. An welchen Ausstattungsgegenstand denken Siezuerst?

a) Ein Konsolen-Terminal.

b) Einen Flatscreen an der Wand.

c) Einen Echtzeit-Holoprojektor.

d) Einen DSL-Router mit 16 Switches.

Frage 2: Alarm, es brennt! Was retten Sie?

a) Den Code aus Vi: [Esc] »:! mail home@maildump.org« [Enter].

b) Die welterste 32-Kerne-CPU, sonst killt mich der Chef.

c) Mein Netbook mit den Registrierungen und Sponsorenzusagen für das Hackfest, die hab zurzeit nur ich.

d) Das perfekt konfigurierte Smartphone mit den ganzen Kontakten.

Frage 3: Die Netzverbindung reißt plötzlich ab. Wieverhalten Sie sich?

a) Ich richte die Pringles-Dose neu aus.

b) Ich rufe die Admins an, was los ist.

c) Ich werde angerufen, was los ist.

d) Ich frage meinen Nachbarn: Hast Du Netz?

Frage 4: Der Serverraum wird zu warm – anscheinend sindeiner oder mehrere Lüfter ausgefallen. Was tun Sie?

a) Ich stelle erst mal einen Ventilator auf, dann sehe ich weiter.

b) Ich mache weiter, die Simulation muss jetzt durch! Danach sehe ich mir die Steuerskripte an. Da hab ich mich irgendwo verrechnet.

c) Ich rufe den Dienstleister an und lese ihm das SLA vor.

d) Ich schreibe an die Mailingliste, dass ich von Anfang an gegen die neuen Quadcores war.

Frage 5: Welches Computerspiel wählen Sie für denSamstagnachmittag?

a) Nethack, ich habe das Amulet of Yendor fast gefunden.

b) Seit Quake spiele ich nicht mehr.

c) Ich programmiere für Core War.

d) Eine Runde Guitar Hero mit den Geschäftspartnern lockert prima auf.

Frage 6: Kickern Sie?

a) Nein, geht alleine schwer.

b) Eher selten, begrüße ich aber bei den Mitarbeitern.

c) Nicht mehr seit dem Projekt-Fork.

d) Ja, und zwar stets mit Stangenöl.

Frage 7: Wie sieht Ihr Home-Entertainment-Setup aus?

a) Mein Mediaserver dekodiert MPEG-Streams des DVB-S-Receivers und verteilt sie per IPv6-Multicast.

b) Mir reichen LCD und Bittorrent.

c) Ich schaue mit dem TV von meinem C-64 fern.

d) Ich liebe meine Bose-Anlage mit nur einem Knopf: An-Aus.

Frage 8: Welche Aussage trifft auf Twitter zu?

a) Es ist unsicher, hab mir das Protokoll mal angesehen.

b) Es ist ausbaufähig, es kann noch keine Threads.

c) Es ist alt, IRC gibt’s schon seit 1988.

d) Es ist nützlich, ein unterschätzter Erfolgsfaktor.

Frage 9: Wenn Richard Stallman eine Keynote hält …

a) … bin ich bei den Schnittchen.

b) … ziehe ich auch die Schuhe aus.

c) … steigt mein Karma, er ist cool.

d) … frage ich ihn hinterher, wie seine ».emacs« aussieht.

Frage 10: Wenn ich eine Bekannte in der U-Bahn treffe …

a) … piept garantiert mein Handy mit einer Nagios-Nachricht.

b) … sehe ich sie nicht, weil ich auf dem Thinkpad arbeite.

c) … ist mein Dienstwagen kaputt.

d) … nehme ich einen Ohrstöpsel heraus und sage “Hi”.

Frage 11: Welche ist Ihre Shell?

a) Bash: Kenn ich am besten und kann fast alles.

b) Schau doch selbst nach: »grep $USER/etc/passwd | cut -d: -f7«.

c) Zsh – das ist ein cooles Projekt.

d) »$SHELL«, so schau ich schnell nach.

Frage 12: Welche ist Ihre zweite Muttersprache?

a) Perl. Das ist Rock’n Roll.

b) Java. Das läuft auf allem.

c) C. Das steckt überall drin.

d) Haskell. Das entspricht mir.

Frage 13: Sie dürfen sich neu einkleiden. Welche sind dieArbeitsschuhe Ihrer Wahl?

a) Rahmengenähte Budapester.

b) Chucks oder Docs.

c) Sneakers oder Turnschuhe.

d) Sandalen.

Frage 14: Tux, das Linux-Maskottchen …

a) … ist mir relativ egal.

b) … ist schon okay, aber manche übertreiben es damit.

c) … ist ein prima Werbe- und Sympathieträger.

d) … ist von Tuz in den Urlaub geschickt.

Frage 15: Letzte und wichtigste Frage: Welche Filmfigur hatTraumfrauenpotenzial?

a) Uma Thurman in Kill Bill.

b) Die Androidin in Metropolis.

c) Angelina Jolie in Tomb Raider.

d) Liv Tailor in Herr der Ringe.

Typfrage

Thomas Berg, Fotolia.com

Thomas Berg, Fotolia.com

15 bis 26 Punkte: Sie sind der Geschäftstyp und stecken voller Ideen. Entspannt sind Sie nach einem gelungenen Produktlaunch oder einer reibungsfreien Migration. Am schönsten ist es, wenn Sie einen Kunden von dem freien Entwicklungsmodell überzeugen konnten. Open Source ist für Sie in ein Arbeitsmodell gegossene Philosophie. Und Geld kann man damit auch verdienen – Sie sind die beste Proof of Concept. Unterwegs sind Sie in der Regel auf Messen. Sobald der Euro rollt, sponsern Sie großzügig zwei, drei Projekte: Sie wissen und bejahen, dass die Open-Source-Welt aus Nehmen und Geben besteht. Und was gründen Sie als Nächstes?

Mathos Pictures, Fotolia.com

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27 bis 38 Punkte: Sie machen gern Späßchen, vor allem mit anderen zusammen, und mögen es, im Projekt Ihr eigener Herr zu sein – ein Gleicher unter Gleichen. Zu Konferenzen fahren Sie häufig. Vor allem finden Sie es gut, wenn das Social Event noch am Abend vor dem ersten Konferenztag stattfindet: Alle sind entspannt und freuen sich, einander zu sehen. Auf der Mailingliste werfen Sie gern mal nur einen kurzen Kommentar ein, um Ihr Ge- oder Missfallen zu Protokoll zu geben – im Open-Source-Projekt kommt es schließlich nicht so sehr auf Effizienz an. Am liebsten schreiben Sie Blogeinträge über das neue Feature, das Sie programmiert, oder die Roadmap, die Sie angestoßen haben. Darf ich eigentlich Du sagen? Sie sind der Community-Typ.

Renee Jansoa, Fotolia.com

Renee Jansoa, Fotolia.com

39 bis 50 Punkte: Sie haben mitgemacht! Das kommt jetzt etwas unerwartet. Buchstaben vor Fragen ankreuzen ist doch total analog. Dabei fühlen Sie sich eigentlich in der digitalen Welt zu Hause. Zurückgezogen kann man Sie aber nicht nennen. Denn Sie, der Überfliegertyp, sind so klischeehaft nerdig nun auch nicht. Sie sind sogar ziemlich gesellig. Auf Entwicklerkonferenzen und Projekttreffen findet man Sie, so oft es Ihre Zeit erlaubt. Sie sind entweder in den Vortrag oder in Diskurse vertieft, über die Dritte nur den Kopf schütteln, oder Sie sitzen mit allen anderen im Hackcenter. Strukturen – egal wo – erkennen Sie mit links. Hatten Sie in Mathe eigentlich eine Eins?


51 bis 60 Punkte: Das Netzwerk und Logs kennen Sie wie Ihre Westentasche. Sie sind der Admin-Typ. Das Schlimmste, das Ihnen passieren kann, ist ein Azubi, der am Live-System rumschraubt. Ihr schönstes Erlebnis war die bestandene LPIC-2. Konferenzen interessieren Sie weniger, Ihnen kommt es mehr auf das Ergebnis an. Über Blacklists und Whitelists kriegen Sie sich wöchentlich mit jemandem in die Haare. Auf Ihrem privaten Equipment toben Sie sich aus, während Sie es auf Arbeit am liebsten ruhig haben: Never touch a running system. Anwender kennen sie vor allem als Meckerer, und für den Bug im Firefox können Sie nun wirklich nichts. Aber mal ehrlich, sind kaputte Kaffeemaschinen nicht schlimmer?

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