Schon sehr bald werden nur noch IPv6-Adressen zu haben sein. Ein Buch hilft die Umstellung jetzt vorzubereiten. Ein anderes rückt die oft verborgenen Sicherheitsrisiken von VoIP ins Rampenlicht.
Die IPv4-Adressen gehen aus, aber Vorsicht! Wer das laut sagt, dem fährt schnell ein Besserwisser über den Mund: Das habe man vor zehn Jahren schon behauptet und immer noch lebe man mit dieser Technik, daher müsse alles gelogen sein. Das hat in Wahrheit aber weder Hand noch Fuß: Vor gut zehn Jahren schwankten die Prognosen, wann die IPv4-Adressen erschöpft sein würden, zwar noch zwischen 2008 und 2018, sie wurden seither aber jedes Jahr genauer und grenzen heute den Zeitpunkt auf Monate ein.
Auf dem Treffen der Réseaux IP Européens (RIPE) Anfang Mai 2008 in Berlin lautete die Prognose exakt: Ende des alten Adressenvorrats am 24. November 2011, verbliebene Adressen: 662 068 271. Noch aktuellere Vorausschauen gehen inzwischen davon aus, dass die regionalen Pools (RIPE, ARIN und so weiter) im April 2011 geleert sind. Damit ist ziemlich gewiss, dass die letzte IPv4-Adresse in allernächster Zukunft vergeben sein wird. Wer die Umstellung noch ruhig, überlegt und kostengünstig absolvieren will, für den ist es daher genau jetzt Zeit, die Planungen zu starten.
Alle Facetten
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IPv6 Essentials O\’Reily, 2006 419 Seiten, 36 Euro ISBN 978-0596100582 |
Ein Buch, das dabei sehr nützlich sein kann, ist Silvia Hagens “IPv6 Essentials”. Auf über 300 Seiten behandelt es alle Facetten des neuen Internetprotokolls. Angefangen bei seiner Geschichte, über Fragen der Architektur, der Sicherheit, der zugehörigen Netzwerkprotokolle bis zu Problemen des Routings oder der Inter-operabilität. Ein abschließender Praxisteil begleitet den Leser bei den ersten praktischen Schritten unter den meisten bekannten Betriebssystemen, Linux an erster Stelle.
Das Buch macht deutlich, dass es bei der Umstellung auf IPv6 keineswegs nur um eine Notlösung infolge der Adressenknappheit geht. Der Leser erfährt, dass IPv6 nicht nur durch die schiere Fülle der Adressen ganz neue Möglichkeiten birgt – so kann jedes erdenkliche Gerät künftig eine feste IP-Adresse erhalten und NAT ist überflüssig -, es wartet darüber hinaus mit einzigartigen Features auf, von denen der Anwender in der IPv4-Welt nur träumen konnte. So macht es Mobile IPv6 beispielsweise möglich, mit einem mobilen Device auf einer Reise mehrfach das Netz zu wechseln, ohne die Verbindung zu verlieren. Für das Endgerät ändert sich auch die Adresse über die ganze Zeit nicht.
Nicht nur große Provider oder Internet-Riesen wie Google haben sich hinter den Kulissen längst intensiv mit der Umstellung beschäftigt, auch viele kleinere Firmen planen jetzt, um zum Beispiel einen möglicherweise demnächst nötigen Hardware-Austausch gleich mit dem ohnehin fälligen Generationswechsel synchronisieren zu können.
VoIP im Visier
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VoIP Security Hanser, 2007 320 Seiten, 40 Euro ISBN:978-3446410862 |
Voice-over-IP ist eine komfortable und kostengünstige Art des Telefonierens, allerdings birgt es auch Sicherheitsrisiken und Angriffspunkte, die dem Nutzer häufig nicht bewusst sind. Eine systematische Übersicht bietet nun das Buch von Evren Ehren und Kai-Oliver Detken. Nachdem es die technischen Grundlagen diskutiert hat, seziert das Werk mögliche Schwachstellen auf Protokollebene sowie durch Man-in-the-Middle- oder DoS-Attacken, Phreaking, Phishing, Sniffing und dergleichen. Darauf aufbauend erläutert es Sicherheitsmechanismen und Standards für den Schutz der Signalisierung wie des Datenstroms.
All dies fließt schließlich in ein Kapitel über Konzepte und Strategien ein, das auch ganz konkrete Handlungsempfehlungen für die Absicherung von VoIP-Komponenten gibt. Es behandelt Authentifizierung und Autorisierung genauso wie Verschlüsselung, NAT oder VoIP im Zusammenhang mit Firewalls und VLANs und die Intrusion Detection in VoIP-Systemen. Auch Spam via VoIP (Spit) spricht es an. Ein längerer Abschnitt mit mehr als 20 Seiten ist explizit dem bekannten freien VoIP-Server Asterisk gewidmet.
Das Buch ist fachlich fundiert, ausführlich in der Darstellung und systematisch gegliedert. Das Lesevergnügen trüben allerdings Sätze voller unnötiger Substantivierungen, Passivkonstruktionen und Wortwiederholungen, die das Lektorat offenbar überlesen hat.







