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© Fiebke, Photocase.com

Paketverwaltung - ein Fremdwort für Windows-Admins

Zu gewachsen

von Markus Feilner
Erschienen im Linux-Magazin 2009/04

Windows fehlt eine sinnvolle Softwareverwaltung für die Programme anderer Hersteller. Der Weg zu einem umfassenden Paketmanagement wie APT oder RPM unter Linux scheint auf Dauer versperrt.

Neidvoll schielen Windows-Admins auf ihre Linux-Kollegen, wenn es um die Verwaltung installierter Software geht. Auch in Zeiten von Windows 7 und Server 2008 lässt Microsoft seine Schäfchen im Regen stehen und gibt ihnen keine Werkzeuge an die Hand, um Programme aus fremden Quellen zu verwalten.

Vorteil Linux

Simple Kommandos wie »aptitude upgrade« oder »zypper up« bleiben dem Windowsler verwehrt. Funktionen wie das einfache Remote-Upgrade des gesamten Betriebssystems samt aller Applikationen mit Debians »aptitude dist-upgrade« sind weit von der heutigen Windows-Realität entfernt und leisten dem Linux-Fan am Stammtisch gute Dienste, um auch den eingefleischtesten Windows-Evangelisten zum Stottern zu bringen.

Benutzer von Windows-Systemen installieren und updaten Dritt-Software über die Webseite der Hersteller und sind dabei dem Produktmarketing und der Disziplin der Entwickler ausgeliefert. Zwar hat Microsoft das alte DLL-Problem einigermaßen in den Griff bekommen, indem ein eigens aufsetzter Dienst das Systemverzwichnis überwacht. Aber ein zentrales Management, das derartige Probleme von vornherein verhindert, fehlt. Nur Microsofts eigene Produkte und Addons integrieren sich zuverlässig in die vorhandenen Softwaretools der Systemsteuerung oder der Rollen- und Featureverwaltung von Server 2008 (Abbildung 1) und lassen sich damit aktualisieren.

Eine zentrale Stelle, von der aus der Admin gezielt Software auf den neuesten Stand bringt oder verschiedene Versionen von Bibliotheken und Abhängigkeiten zwischen Programmen verwaltet, fehlt unter Windows ebenso wie ein einfacher »Update«-Button für fremde Software.


Abbildung 1: Rollen oder Features? Hier finden sich nur die Erweiterungen und Dienste, die Microsoft liefert. Andere Softwarehersteller bleiben außen vor.

Die Dienste wuchern

Microsoft hat dieses Problem zwar erkannt, steht aber gegenüber Anwendungen von Dritten machtlos da. Der Fehler liegt im Entwicklungsmodell: Hersteller proprietärer Windows-Software müssen ihre Kunden zum Download auf ihre Webseiten locken, weil sie mehr über ihre Benutzer erfahren wollen.

Nach der Installation "telefonieren" die Programme dann regelmässig nach Hause, offiziell nur, um zu prüfen, ob es Updates gibt, schwarze Schafe senden noch mehr Anwenderdaten mit. Nachvollziehbar ist das für den Admin nicht, er sieht sich nur mit immer mehr Update-Daemons in der Prozessliste konfrontiert. Je mehr Software er installiert hat, umso mehr Ressourcen belegen allein diese Dienste. Unvermeidbar für ihn leiden darunter auf Dauer sowohl Performance als auch Stabilität des Systems.

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