Der Open-E Data Storage Server im Kurztest
Server für die Westentasche
von Jens-Christoph Brendel
Erschienen im Linux-Magazin
2008/05
So dick wie ein Bleistift, nicht viel größer als ein Zwei-Euro-Stück, in zehn Minuten startklar und leistungsfähig wie manche schrankfüllende Installation - so präsentiert sich ein innovatives Fileserver-Modul, das jeden Rechner via USB im Handumdrehen in einen ausgewachsenen Fileserver verwandeln will.
Man steckt den Winzling auf einen USB-Konnektor des Motherboards, wählt im Bios das Modul als Quelle für den Systemstart aus und kann nach wenigen Sekunden damit beginnen, sich einen fertig installierten Fileserver zurechtzukonfigurieren.
So weit jedenfalls die Theorie, in der Praxis allerdings stießen die Tester der Redaktion bereits hier auf eine kleine Startschwierigkeit: Auf dem Motherboard des ersten Versuchsrechners war direkt neben dem USB-Konnektor ein Kondensator aufgelötet, der zwar genug Raum für den üblichen Stecker lässt, nicht aber für das breitere Modul. Es empfiehlt sich also, im vorgesehenen Rechner die Platzverhältnisse zu prüfen, der USB-Konnektor sollte rechts und links wenigstens einen Zentimeter Ellenbogenfreiheit haben.
Ist aber erst einmal ein passendes Motherboard gefunden, funktioniert tatsächlich alles wie versprochen. Der Rechner bootet in kurzer Zeit in eine Textkonsole, die sich über ein Ascii-Menü bedienen lässt. Hier ist zunächst das Netzwerk zu konfigurieren, damit der Anwender anschließend die meisten der folgenden Einstellarbeiten über ein bequemeres Browser-GUI (siehe Abbildung 1) vornehmen kann.

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Abbildung 1: Eine detaillierte Übersicht über unterschiedliche Fehlerraten der Festplatten via SMART-Interface ermöglicht die Früherkennung von Plattenproblemen.
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Manche kritischen Konfigurationsschritte, zum Beispiel das Überprüfen und gegebenenfalls Reparieren der Volumes, ein mögliches Laufwerks-Tuning oder das Einrichten des Fernwartungszugangs bleiben jedoch der Textkonsole vorbehalten, die bei Bedarf auch von einem entfernten Rechner aus erreichbar ist.
Mit Browser-GUI
Alles andere lässt sich von einem beliebigen Rechner via Browser erledigen. Das GUI macht einen aufgeräumten Eindruck. Ein paar Schönheitsfehler gibt es: So lässt die Namenswahl offen, was wohl der Unterschied zwischen den mit »Setup« beziehungsweise »Konfiguration« überschriebenen Reitern sein soll, und Rechtschreibfehler in einem Hauptmenüpunkt ("NAS-Resourcen" mit deutschem Plural und englischem Einzel-S) überzeugen auch nicht völlig.
Zwar gibt es keinen Wizard für die Konfiguration, trotzdem gehen die Einstellarbeiten jedem halbwegs versierten Admin leicht von der Hand. Zunächst fasst er die Platten auf Wunsch zu Raid-Gruppen zusammen. Ist ein Raid-Controller im Einsatz, kann und sollte er diesen Job übernehmen, andernfalls geht das auch mit Hilfe der Software. Im nächsten Schritt kreiert der Installateur logische Volumes, die sich dann entweder als Blockdevices via ISCSI oder über alle gängigen Filesharing-Protokolle den Anwendern andienen.
Die Vielfalt beeindruckt: Die freigegebenen Volumes lassen sich sowohl über NFS [2] mounten als auch via Appletalk [3] erreichen, über jeden Browser publizieren, sind per FTP [4] zugänglich und stehen Windows-Rechnern oder neueren Macs per SMB-Protokoll [5] offen (Abbildungen 2 bis 6).
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Produkt: Data Storage Server,Fileserver auf USB-Modul
Hersteller: Open-E GmbH [1]
Preis (UVP) inkl. MWst.: 760 Euro bis 4 TByte, 920 Euro bis 8 TByte, 1185 Euro bis 16 TByte
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Zugangsvielfalt
Alle diese Zugangswege sind gleichzeitig gangbar, doch ergeben sich dann auch die zu erwartenden Probleme mit unterschiedlichen Zeichensätzen, Zugriffsrechten, Filesystemen und parallelen Zugriffen. Immerhin bemüht sich der Server etwa darum, in seinen SMB-Volumes die Mac-typischen System- und Resourcefiles per File-Attribut »hidden« zu verstecken und das Handbuch empfiehlt, Sonderzeichen in Dateinamen zu vermeiden. Damit sollten sich die ärgsten Probleme umschiffen lassen.
Ebenso problemlos wie der Export von Volumes mit Filesystemen gestaltet sich auch die Konfiguration des ISCSI-Targets, das im Netzwerk ein Blockdevice zur Verfügung stellt. Unter Novells SLES 10 lässt sich das Pendant, der so genannte ISCSI-Initiator, besonders einfach einrichten, denn der Suse-Server bringt dafür ein Yast-Modul mit. Bei anderen Linux-Distributionen ist der Admin auf äquivalente Kommandozeilentools angewiesen, die aber auch nicht schwer beherrschbar sind. Wer ISCSI verwendet, konfiguriert auf Wunsch in der Textkonsole Ethernet-Jumbo-Frames, was der Performance zugutekommt.

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Abbildung 2: Das NAS-Volume des Testservers, via Appletalk am Mac gemountet. Es steht gleichzeitig auch Windows- und Linux-Usern offen.
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| Whitepaper |
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