Arbeitserlaubnis
Seine Frau kam kurze Zeit später nach und bekam auch gleich zu spüren, welche Hindernisse bei der Jobsuche in den Staaten zu überwinden sind, wenn nur der Ehemann im Besitz einer temporären Arbeitserlaubnis (H1-B-Visum) ist und die Partnerin nur ein so genanntes Begleitvisum besitzt, dass Mike Schilli als "Rockzipfelvisum" tituliert.
Wer eine Arbeitsgenehmigung will, muss nachweisen, dass er keinem Amerikaner den Job wegnimmt. Da ein H1-B-Visum den Arbeitgeber festschreibt und in den USA kein Kündigungsschutz existiert, läuft der Immigrant Gefahr, nicht nur seinen Job, sondern sofort seine Aufenthaltserlaubnis zu verlieren. Gekündigt wird in den USA innerhalb von Stunden mit sofortiger Wirkung.
Das Thema Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis blieb auch in den Jahren danach ein Thema für die Schillis. Nach zwei Jahren beantragte AOL für Mike und Angelika die Greencard. Nach drei Jahren Laufzeit war der Prozess abgeschlossen. Grund zum Durchatmen: Mit der Greencard darf man bei beliebigen Arbeitgebern anheuern, unbegrenzt in den USA bleiben und sich bei der Einreise mit den Amerikanern in die Schlange einreihen. Nach acht Jahren sind sie inzwischen von der ersten Anlauftstation - Mike ist ein notorischer Umzugsmuffel - in eine größere Wohnung (Abbildung 5) gezogen und blicken auf die Bucht von San Francisco.

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Abbildung 5: Trautes Heim: Mike Schilli macht es sich vor dem offenen Kamin in seiner Wohnung in San Francisco gemütlich.
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Wilde Schnappschüsse
Sein Arbeitsrhythmus sah in den ersten Jahren in den Staaten ungefähr so aus: Tagsüber programmierte er bei AOL Login-Systeme für das explosiv wachsende Internet in C, nachts entwickelte er Perl-Module. "Perl ist eine Art zu denken", erzählt er, "immer wenn ich vor einem Computerproblem stehe, denke ich in Perl." Mike Schilli hatte da schon begonnen, selbst über Perl zu schreiben: "Ich hatte an einem Wochenende nichts zu tun." Also schrieb er einen Artikel über das Objektsystem von Perl und bot ihn dem Heise-Verlag an.
Vor zehn Jahren rannte er bei Tom Schwaller, dem damaligen Chefredakteur des Linux-Magazins, offene Türen ein mit seiner Anfrage, ob er an einer regelmäßigen Serie über wilde Perl-Programmierung interessiert sei. Der Perl-Snapshot war geboren. In der ersten Folge "Alle Mann an die Pumpen" beschreibt Schilli die automatische Installation von Perl-Modulen.
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Ahsoka,
20.07.2011 09:10
Snips
daniel,
24.01.2011 01:43
nun ja, bin auf mike gestoßen, weil ich wissen wollte, ob man waffen auf offener straße tragen darf und von usarundbrief.com bin ich dann hier gelandet.
netter text.